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Sa. 23.03.2019, 19:00 - 22:00 Wien

Pietro Mascagni, Ruggero Leoncavallo

Cavalleria rusticana / Pagliacci

Dirigent: Graeme Jenkins, Regie und Austtattung: Jean-Pierre Ponnelle
Mit: Elīna Garanča, Yonghoon Lee, Paolo Rumetz, Fabio Sartori, Marina Rebeka, George Petean, Jörg Schneider, Orhan Yildiz

 
Besetzung
Inhaltsangabe
Galerie
Trailer

Graeme Jenkins | Dirigent

Der englische Dirigent GRAEME JENKINS studierte am Royal College of Music und an der University of Cambridge. Im Lau­fe seiner Karriere erhielt er zahlreiche Engagements, unter anderem nach Glyndebourne, an das ROH Covent Garden, an die English National Opera, die Scottish Opera, die Opera North, die Australian Opera, die Canadian Opera, die Deutsche Oper Berlin, sowie die Pariser Oper. An der Dallas Oper, deren langjähriger Musikdirektor er ist, feierte er unter anderem mit dem Ring des Nibelungen, mit Wozzeck, Jenu˚fa, Ariodante, Lohengrin, Pique Dame, Macbeth, Fledermaus und Roberto Devereux Erfolge. Als Orches­terdirigent steht und stand er unter anderem am Pult des Dänischen National Radio Sympho­nieorchesters, des Melbourne und des West Australian Symphony Orchestras, des Orchestre Philharmonique de Radio France, des Orchestre Philharmonique de Monte Carlo sowie zahl­reicher US-amerikanischer Orchester. Mit der musikalischen Leitung von Billy Budd stellte sich Graeme Jenkins am 27. Oktober 2005 dem Publikum der Wiener Staatsoper vor und lei­tete hier auch noch Jenu˚fa, Cavalleria rusticana, Pagliacci sowie Der fliegende Holländer.

Elīna Garanča | Santuzza

ELINA GARANCA wurde 1976 in Riga als Kind in eine musikalische Familie geboren. Ab 1996 studierte sie an der Lettischen Musikakademie in ihrer Heimatstadt. Großes Aufsehen erregte sie mit ihren Erfolgen beim Internationalen Mirjam Helin-Gesangswettbewerb 1999 und beim BBC’s Cardiff Singer of the World 2001. Nach Stationen in Meiningen und Frankfurt wurde sie 2003 als Ensemblemitglied an die Wiener Staatsoper engagiert, wo sie in zahlreichen Partien wie u. a. Orlofsky (Fledermaus), Octavian (Rosenkavalier), Cherubino (Nozze di Figaro), Dorabella (Così fan tutte), Rosina (Barbiere di Siviglia), Nicklausse (Contes d’Hoffmann) und Bersi (Andrea Chénier), Adalgisa (Norma) sowie in Neuproduktionen als Charlotte in Werther und als Meg Page in Falstaff zu hören war. Ihre steile internationale Karriere führte sie bald an alle wichtigen Musikzentren, Opern- und Konzerthäuser. So singt sie unter anderem an der New Yorker Met, dem ROH Covent Garden, bei den Salzburger Festspielen, im Festspielhaus Baden-Baden, im Théâtre des Champs-Elysées in Paris, in Tokio, an der Bayerischen Staatsoper München, in Aix-en-Provence, Luzern, Berlin, Riga.
Elīna Garanča mit freundlicher Genehmigung von Deutsche Grammophon Gesellschaft.

Portrait Elīna Garanča

Yonghoon Lee | Turiddu

YONGHOON LEE wurde in Südkorea geboren und studierte unter anderem an der Seoul National University und am Mannes
College of Music in New York. Er ist Preisträger zahlreicher Wettbewerbe. Yonghoon Lee hat sich in kurzer Zeit international
als einer der wichtigen Tenöre seiner Generation etabliert. Er singt an den bedeutenden Opernhäusern, darunter die Metropolitan Opera in New York, das Teatro alla Scala di Milano, die Lyric Opera of Chicago, die Bayerische Staatsoper in München, die Oper Frankfurt, das Royal Opera House Covent Garden in London, die Hamburgische Staatsoper, die Deutsche Oper Berlin, das Opernhaus Zürich und die Semperoper in Dresden. Zuletzt sang er an der Metropolitan Opera Manrico in Il trovatore and Turiddu in Cavalleria rusticana, Turiddu am Royal Opera House Covent Garden in London und an der Pariser Oper, Manrico an der Bayerischen Staatsoper in München; Don José an der Opera Australia, Pollione in Norma an der Dallas Opera; die Titelrolle in Andrea Chénier an der San Francisco Opera. An der Wiener Staatsoper sang Yonghoon Lee Don Carlos und Cavaradossi.

Paolo Rumetz | Alfio

PAOLO RUMETZ begann sein Gesangsstudium in seiner Geburts­stadt Triest und vervollkommnete sich in München bei Josef Met­ternich und in Rom bei Renato Guelfi. Sein Debüt gab Paolo Rú­metz in Cimarosas Il Maestro di Cappella in Spoleto. 1988 folgte sein erster Auftritt am Teatro Verdi in Triest in Strauss’ Ariadne auf Naxos. Seither erhielt Paolo Rúmetz regelmäßig Engagements nach London, Pisa, Lucca, Prag, Macerata, Venedig, Ravenna, Vero­na, Turin, Tokio, an die Mailänder Scala, nach Barcelona, Zürich, Leipzig, Florenz. Unter anderem sang er Barnaba in La Gioconda in St. Gallen und die Titelpartie von Simon Boccanegra in Tokio. Zu Paolo Rúmetz’ Repertoire zählen weiters Partien wie Enrico in Donizettis Lucia di Lammermoor, Sharpless in Puccinis Madama Butterfly, Alberich in Wagners Das Rheingold, Doktor Dulcamara in Donizettis L’elisir d’amore, Sulpice in Donizettis La Fille du régiment, David in Mascagnis L’amico Fritz, Don Geronio in Rossinis Il turco in Italia, die Titelpartie in Verdis Falstaff, Don Bartolo in Rossinis Il barbiere di Siviglia, Jago in Verdis Otello, Graf Gil in Ermanno Wolf-Ferraris Il segreto di Susanna, Fra Melitone in Verdis La forza del destino, Taddeo in Rossinis L’italiana in Algeri. Er sang im Haus am Ring bisher Dulcamara, Ashby (La fanciulla del West), Bartolo, Don Magnifico.

Zoryana Kushpler | Lucia

Zoryana Kushpler ist im ukrainischen Lviv (Lemberg) geboren. Mit fünf Jahren lernte sie bei ihrer Mutter Klavier, wechselte aber später zur Violine. Ab 1993 studierte sie in der Klasse ihres Vaters an der Musik Hochschule in Lviv Gesang. 1998 wechselte sie an die Musikhochschule Hamburg.



Auftritte führten sie unter anderem nach Zürich, Genf, Venedig, Mailand, Florenz, Hamburg, Berlin, London und nach Bern, wo sie in 2004 -2006 Ensemblemitglied des Stadttheaters war. Sie gestaltete dort u. a. Rollen wie Sesto (Giulio Cesare) oder Preziosilla (Forza del destino). Sie sang Adelaide (Arabella) an der Oper Graz und Carmen, Giulietta (Contes d’Hoffmann), Maddalena (Rigoletto) und Prinz Orlofsky an der Volksoper.



An der Wiener Staatsoper debütierte sie 2007 als Adelaide. Sie war hier weiters unter anderem als Polina und Daphnis (Pique Dame), Olga (Eugen Onegin), Giulietta (Les Contes d'Hoffmann), Fenena (Nabucco), Suzuki (Madama Butterfly), Ulrica (Un ballo in maschera), Prinz Orlofsky (Die Fledermaus) und Preziosilla (La forza del destino) zu erleben.


Rollen an der Wiener Staatsoper 2013/ 2014: u. a. Smeton, Orlofsky, Lola, Marthe, Fenena.

Marina Rebeka | Nedda (Colombina)

MARINA REBEKA wurde im lettischen Riga geboren. Im Okto­ber 2007 gewann sie den Ersten Preis beim renommierten Ge­sangswettbewerb Neue Stimmen in Gütersloh. Am Royal Opera House Covent Garden in London sang sie die Violetta in La tra­viata, bei den Salzburger Festspielen war sie in Moïse et Pha­raon zu hören, an der Deutschen Oper Berlin als Donna Anna in Don Giovanni, beim Rossini Opera Festival in Pesaro gestal­tete sie die Contessa di Folleville und die Madama Cortese in Il viaggio a Reims, weiters die Anna in Maometto II., an der New Yorker Metropolitan Opera die Donna Anna, eine Partie, die sie auch an der Zürcher Oper und an der Lyric Opera Chicago interpretiert. An der Mailänder Scala debütierte Marina Rebeka als Contessa di Folleville und an der lettischen Nationaloper Riga als Adina in L’elisir d’amore. Auftritte führten sie darüber hinaus an die Komische Oper Berlin und die Opéra National de Lorraine in Nancy. Aktuelle Auftritte umfassen u.a. in La traviata in München, Chicago, Zürich und New York, in Lucia di Lammermoor in Amsterdam und Zürich, in Così fan tutte und L’elisir d’amore in Zürich auftreten. An der Wiener Staatsoper debütierte sie als Donna Anna und sang hier weiters die Antonia.

George Petean | Tonio (Taddeo)

GEORGE PETEAN wurde in Cluj-Napoca geboren und studierte Klavier, Posaune und Gesang. Sein Bühnendebüt gab er 1997 an der Oper in Cluj-Napoca als Don Giovanni. 1999 erhielt er den Großen Preis des internationalen Gesangswettbewerbes Ha­riclea Darclée. Sein internationaler Durchbruch erfolgte 2000, am Teatro dell’Opera di Roma, mit La Bohème. 2002-2010 war er Ensemblemitglied der Hamburgischen Staatsoper. Parallel dazu ist er auf den wichtigsten, internationalen Opernbühnen zu hören (ROH Covent Garden, Teatro Comunale di Bologna, Oper Frankfurt, Opéra de Paris, Bayerische Staatsoper, Bregenzer Festspiele, Grand Théâtre de Genève, Monte Carlo, Met, Gran Teatre del Liceu Barcelona, Deutsche Oper Berlin, Aalto Theater Essen, Lausanne, Antwerpen, Gent, Berliner Staatsoper, Toulouse, Strassburg, Rom). 2012 debütierte er mit großem Erfolg in der Titelpartie von Simon Boccanegra an der Oper in Rom unter Riccardo Muti. 2013 sang er den Carlo Gérard an der Avery Fisher Hall in New York und Attila am Theater an der Wien. An der Wiener Staatsoper debütierte er 2001 als Barbiere- Figaro und sang hier seither noch Rodrigue, Posa, Ankarström, Enrico.

 

 

Jörg Schneider | Beppo (Arlecchino)

Der in Wels geborene Künstler erhielt seine erste musikalische Ausbildung bei den Wiener Sängerknaben und studierte bei Prof. Elfriede Obrowsky in Wien.

1995 wurde er Ensemblemitglied des Staatstheaters Wiesbaden. Von 1997-2000 war er Ensemblemitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf. Wichtige Auftritte der jüngsten Vergangenheit waren unter anderem sein Debüt am Gran Teatre del Liceu Barcelona als Leukippos in Daphne, sein Rollendebüt als Narraboth in Salome an der Wiener Staatsoper und Belmonte beimMaggio Musicale Fiorentino unter Zubin Mehta. Gastengagements in seiner erfolgreichen Karriere führten Jörg Schneider unter anderem an das Teatro alla Scala di Milano, Deutsche Oper Berlin, Teatro Real Madrid, Semperoper Dresden, Staatsoper Stuttgart, Théâtre De La Monnaie, Brüssel, Opernhaus Zürich, Teatro Bellini di Catania, Teatro Regio di Parma, Teatro Comunale di Firenze, Teatro Regio di Torino, Teatro Filarmonico di Verona, Teatro Lirico di Cagliari, Teatro Massimo Palermo, Teatro dell'Opera di Roma, Teatro Communale Ferrara, Seefestspiele Mörbisch, Festspielhaus Baden-Baden sowie nach Tokyo und Hongkong.

Als Konzertsänger war Jörg Schneider Gast in der Royal Albert Hall, Carnegie Hall, Wiener Musikverein, Wiener Konzerthaus, Brucknerhaus Linz, Philharmonie Dresden, Radio France und Concertgebow Amsterdam. Sein Konzertrepertoire umfasst unter anderem Haydns Die Schöpfung, Schumanns Dichterliebe, Bachs Johannespassion, Mozarts Requiem, Verdis Messa da Requiem, Berlioz‘ Te Deum und Mendelssohn-Bartholdys Walpurgisnacht.

Dirigenten, mit denen der Künstler zusammengearbeitet hat, sind unter anderem: Christian Thielemann, Riccardo Muti, Claudio Abbado, Dennis Russell Davis, Edo de Waart, Peter Schneider, Bertrand de Billy, Pinchas Steinberg, Theodor Guschlbauer, Christoph Prick, Gustav Kuhn und Semyon Bychkow.

An der Wiener Staatsoper debütierte er 2016 als Jacquino in Fidelio.

Orhan Yildiz | Silvio

ORHAN YILDIZ wurde in der Türkei geboren. Er studierte am Mersin Konservatorium, wo er 2002 graduierte. Ab 2000 sang er an der Staatsoper Mersin. Er war Finalist bzw. Gewinner mehrerer Wettbewerbe, darunter des Siemens Voice Competition in Istanbul und des Belvedere Wettbewerbs, des Leyla Gencer Wettbewerbs, des Francisco Vinas oder des Operalia Bewerbs. Ab 2010 sang er als Ensemblemitglied am Theater Braunschweig und war in zentralen Partien zu hören, unter anderem als Figaro (Il barbiere di Siviglia), Conte d’Almaviva (Le nozze di Figaro), in der Titelrolle von Don Giovanni, Ping (Turandot), Belcore (L’elisir d’amore), Klingsor (Parsifal), Guglielmo (Così fan tutte), Enrico in Donizettis Lucia di Lammermoor, Giorgio Germont in La traviata, Nick Shadow in The Rake’s Progress, Jeletzki in Pique Dame, Ford (Falstaff). Er gastierte an der Hamburgischen Staatsoper, an der Oper in Bremen, am Teatro Municipal de Santiago de Chile, am Théâtre du Capitole de Toulouse und beim Grachtenfestival Amsterdam. Ab der Spielzeit 2016/2017 ist er Ensemblemitglied an der Wiener Staatsoper. 

Cavalleria Rusticana – Pietro Mascagni

Vorgeschichte

Turridu war vor seiner Einberufung zum Militärdienst mit Lola verlobt. Als er wieder heimkehrt, muß er enttäuscht feststellen, dass Lola insziwschen die Frau des wohlhabenden Alfio geworden ist. Turiddu versucht, sich mit Santuzza zu trösten…

Ostermorgen in einem sizilianischen Dorf

Turddiu singt für Lola, zu der er wieder Beziehungen aufgenommen hat, ein Ständchen. Der Frühling erfreut die Dorfbewohner. Santuzza sucht, von innerer Unruhe getrieben, Turiddu bei dessen Mutter Lucia, die am Dorfplatz eine Ausschank betreibt. Alfio, der geschäftlich unterwegs war, kehrt zurück und besingt die Treue seiner Frau. Osterglocken rufen die Dorfbewohner zum Frühgottesdienst.
Santuzza, die sich wegen ihrer Beziehung zu Turiddu sündig fühlt und daher außerhalb der Kirche geblieben ist, ahnt dessen Untreue und vertraut ihre Sorgen Turiddus Mutter an. Er wird zur Rede gestellt und rettet sich in Ausflüchte. Als aber dann Lola vorbeigeht, vergißt er Santuzza und deren Vorwürfe, stößt sie von sich und läuft Lola nach. Santuzza verflucht ihn. Zutiefst gekränkt und in ihrer Ehre verletzt, verrät sie Alfio das ehebrecherische Verhältnis seiner Frau zu Turiddu. Alfios Zorn mündet in einem Racheschwur. Jetzt erst erkennt Santuzza verzweifelt, welch tragische Entwicklung sie eingeleitet hat.

Intermezzo sinfonico

Nach der Kirche lädt Turiddu zum traditionellen Umtrunk ein. Auch Alfio bietet er einen Becher an. Dieser lehnt schroff ab. Turiddu erkennt, dass Alfio über den Ehebruch Bescheid weiss. Es kommt zur Duellaufforderung nach sizilianischem Ritual. In seiner aufkeimenden Todesangst erbittet Turiddu den Segen seiner Mutter und ersucht sie, Santuzza zu schützen. Dann stellt er sich dem Zweikampf am vereinbarten Ort.
Der Ruf « Turiddu wurde ermordet ! » beendet die Tragödie.

 

Pagliacci - Ruggero Leoncavallo

Prolog

Tonio, ein Komödiant, in der Commedia Taddeo-Darsteller, erläutert anstelle des Dichters als Prologus dem Publikum in programmatischen Umrissen das Stück : Der Autor wolle, auch wenn er sich Masken bediene, diesmal nichts anderes als ein Maler sein, dessen Thema das wahre Leben ist, Doch man solle nicht beim Tanz der Masken verweilen, sondern sich in die Seelen der Menschen versenken.

ERSTER AKT

Die Handlung spielt am Tage Mariä Himmelfahrt (15. August).
1. Szene. – Canios Komödiantrupppe zieht ein, herzlich begrüßt von der Bevölkerung. Ausser Nedda, der Frau des Prinzipals zählen noch Peppe und Tonio zur Theatergruppe. Canio kündigt für heute abend seine Vorstellung an. Als Tonio Nedda vom Wagen helfen will, drängt ihn Canio eifersüchtig weg. Die Komödianten werden zum Umtrunk eingeladen. Jemand meint scherzhaft, Tonio bleibe nur deshalb gerne zurück, um mit Nedda ein Stelldichein zu haben. Canio reagiert heftig : Er spielt zwar in den Komödien tölpelhaft den betrogenen Ehemann, im wirklichen Leben aber würde er Untreue nicht hinnehmen.
Glocken rufen zum abendlichen Kirchgang.

2. Szene. – Nedda ist durch die kaum verhüllte Drohung Canios beunruhigt. Sie fühlt sich durch dessen Eifersucht eingeengt, möchte ihrem unsichtbaren Käfig entfliehen und so frei wie ein Vogel sein...
Tonio hat sie belauscht. Er will Nedda seine Liebe aufzwingen, wird aber höhnisch abgewiesen. Voller Zorn, Rache androhend, macht er sich davon.

3. Szene. – Silvio, ein junger Bauer, in den sich Nedda verliebt hat, taucht auf. Er beschwört sie, Canio zu verlassen und mit ihm noch heute nacht zu fliehen. Nach anfänglichem Zaudern willigt sie ein, ohne zu ahnen, dass Tonio beide belauscht hat und eiligst Canio aus der nahegelegenen Osteria herbeiruft. Als Nedda ihren Liebhaber gerade verabschiedet, stürzt der vor Eifersucht rasende Canio hervor. Es gelingt Silvio, unerkannt zu entkommen. Nun wendet sich Canios Wut gegen Nedda. Er bedroht sie mit seinem Messer und verlangt, dass Nedda den Namen ihres Freundes verrate. Sie aber schweigt. Peppe kann Canio das Messer entreißen und somit das Ärgste verhüten. Auch wird gleich das Publikum erscheinen, um die Vorstellung zu sehen. Nur mühsam beruhigt sich Canio und macht sich für die Aufführung zurecht.

Intermezzo

ZWEITER AKT

1.Szene. – Kurz vor Beginn der Commedia : Tonio schlägt die große Trommel, erwartungsvoll stellen sich die Zuschauer ein, darunter auch Silvio. Nedda, die das Geld einsammelt, warnt ihren Geliebten vor Carnios Eifersucht.

2. Szene. – Das Spiel von Colombina, Arlecchino, Taddeo und Pagliaccio beginnt. Als Nedda in ihrer Colombina-Rolle dem Ständchensänger Arlecchino zum Abschied dieselben Worte zuruft, die sie Silvio nachgerufen hat, verwischen sich für Canio Spiel und Wirklichkeit. Außer sich vor Eifersucht, fordert er auf offener Bühne, den Namen von Neddas Liebhaber zu nennen. Colombina/Nedda versucht, wieder das Theaterstück aufzunehmen, aber Canio gebärdet sich immer bedrohlicher. Auch das Publikum beginnt zu ahnen, dass es hier um mehr als um Theater geht. Als Nedda hartnäckig schweigt, sticht Pagliaccio/Canio auf sie ein und tötet sie. Ihr Hilferuf, an Silvio gerichtet, hat zur Folge, dass sich Canio dem herbeieilenden Burschen zuwendet und auch ihn tödlich trifft. – « La commedia è finita » - Das Spiel ist aus.