Archiv Detail

Zurück zur Übersicht

Do. 08.11.2018, 20:00 - 22:15 Wien

Gaetano Donizetti

L'elisir d'amore

Dirigentin: Speranza Scappucci, nach einer Inszenierung von: Otto Schenk
Mit Aida Garifullina, Benjamin Bernheim, Orhan Yildiz, Paolo Rumetz

 
Besetzung
Inhaltsangabe
Galerie
Trailer

Otto Schenk | nach einer Inszenierung von

KSCH Otto Schenk wurde 1930 in Wien geboren und erlebte eine von den Schrecken des Naziregimes geprägte Kindheit. Nach der Ausbildung am Max Reinhardt Seminar debütierte er in Wien als Schauspieler. Die ersten Stationen seiner Laufbahn waren das Theater an der Josefstadt und das Wiener Volkstheater. Ab 1953 war er auch als Schauspielregisseur, ab 1957 als Opernregisseur tätig. Sehr bald führte ihn sein Weg an die wichtigsten Bühnen, wie etwa an das Wiener Burgtheater, an die Münchner Kammerspiele, die New Yorker Met, die Mailänder Scala, das ROH Covent Garden, die Bayerische und Hamburgische Staatsoper oder die Deutsche Oper Berlin. 1965-1990 war er Oberregisseur an der Wiener Staatsoper, 1986-1988 Direktoriumsmitglied der Salzburger Festspiele, 1988-1997 Direktor des Theaters in der Josefstadt. Weiters war er in zahlreichen Fernsehspielen zu erleben. An der Wiener Staatsoper inszenierte er rund 30 unterschiedliche Opern und war hier außerdem als Frosch zu erleben.

Interview Otto Schenk zum "Rosenkavalier"

Aida Garifullina | Adina

Die Sopranistin AIDA GARIFULLINA wurde in Russland geboren. Sie studierte Gesang unter anderem an der Musikuniversität in Wien und debütierte bei einer Studioproduktion als Despina in Wolfgang Amadeus Mozarts Così fan tutte. 2012 debütierte Aida Garifullina an der Arena di Verona in Italien. Im August dieses Jahres gewann sie Plácido Domingos renommierten Operalia-Wettbewerb. Mit diesem ersten Preis begann die steile Karriere der Sängerin. Erste Einladungen erhielt Aida Garifullina nach Peking und ans Moskauer Bolschoi Theater. In London war sie als Susanna in Wolfgang Amadeus Mozarts Le nozze di Figaro zu hören, in derselben Rolle trat sie am St. Petersburger Mariinski-Theater auf. Dort sang sie auch noch die Adina in Gaetano Donizettis L’elisir d’amore. Im Juli 2013 trat Aida Garifullina bei einer Gala in Kazan mit dem Orchester des Mariinski-Theaters unter Valery Gergiev auf. Ihr wurde bereits in jungen Jahren der Titel Honoured Artist of the Republic of Tatarstan verliehen. Zuletzt war sie am Marinskii-Theater als Nannetta in Giuseppe Verdis Falstaff zu hören, eine Rolle, die sie auch in Buenos Aires gestaltete. Ab der Spielzeit 2014/2015 ist sie Ensemblemitglied an der Wiener Staatsoper.

Benjamin Bernheim | Nemorino

Der französische Tenor BENJAMIN BERNHEIM hat sich schnell als einer der vielversprechendsten jungen Sänger einen Namen gemacht. Er studierte bei Gary Magby am Konservatorium von Lausanne. Außerdem nahm er an Meisterklassen bei Giacomo Aragall und Dale Duesing teil und besuchte Carlo Bergonzis Accademia Verdiana in Busseto. Nach seiner Zeit als Ensemblemitglied des Opernhauses Zürich führen ihn seine Engagements nach ganz Europa. Er sang unter anderem Rodolfo am Opernhaus Zürich, Flamand (Capriccio) an der Pariser Oper, Cassio (Otello) bei den Salzburger Osterfestspielen, Roméo (Roméo et Juliette) an der Niederländischen Nationaloper, Italienischer Sänger (Der Rosenkavalier) an der Mailänder Scala, Edmondo (Manon Lescaut) und Nicias (Thaïs) bei den Salzburger Festspielen. Weiters gestaltete er an der Semperoper in Dresden Rodolfo, Tamino (Die Zauberflöte) und Erik (Der fliegende Holländer). Lenski (Eugen Onegin) und Alfredo (La traviata) sang er an der Deutschen Oper Berlin. Aktuelle Projekte umfassen darüber hinaus Auftritte an der Lyric Opera in Chicago und an der Berliner Staatsoper.

Orhan Yildiz | Belcore

ORHAN YILDIZ wurde in der Türkei geboren. Er studierte am Mersin Konservatorium, wo er 2002 graduierte. Ab 2000 sang er an der Staatsoper Mersin. Er war Finalist bzw. Gewinner mehrerer Wettbewerbe, darunter des Siemens Voice Competition in Istanbul und des Belvedere Wettbewerbs, des Leyla Gencer Wettbewerbs, des Francisco Vinas oder des Operalia Bewerbs. Ab 2010 sang er als Ensemblemitglied am Theater Braunschweig und war in zentralen Partien zu hören, unter anderem als Figaro (Il barbiere di Siviglia), Conte d’Almaviva (Le nozze di Figaro), in der Titelrolle von Don Giovanni, Ping (Turandot), Belcore (L’elisir d’amore), Klingsor (Parsifal), Guglielmo (Così fan tutte), Enrico in Donizettis Lucia di Lammermoor, Giorgio Germont in La traviata, Nick Shadow in The Rake’s Progress, Jeletzki in Pique Dame, Ford (Falstaff). Er gastierte an der Hamburgischen Staatsoper, an der Oper in Bremen, am Teatro Municipal de Santiago de Chile, am Théâtre du Capitole de Toulouse und beim Grachtenfestival Amsterdam. Ab der Spielzeit 2016/2017 ist er Ensemblemitglied an der Wiener Staatsoper. 

Paolo Rumetz | Doktor Dulcamara

PAOLO RUMETZ begann sein Gesangsstudium in seiner Geburts­stadt Triest und vervollkommnete sich in München bei Josef Met­ternich und in Rom bei Renato Guelfi. Sein Debüt gab Paolo Rú­metz in Cimarosas Il Maestro di Cappella in Spoleto. 1988 folgte sein erster Auftritt am Teatro Verdi in Triest in Strauss’ Ariadne auf Naxos. Seither erhielt Paolo Rúmetz regelmäßig Engagements nach London, Pisa, Lucca, Prag, Macerata, Venedig, Ravenna, Vero­na, Turin, Tokio, an die Mailänder Scala, nach Barcelona, Zürich, Leipzig, Florenz. Unter anderem sang er Barnaba in La Gioconda in St. Gallen und die Titelpartie von Simon Boccanegra in Tokio. Zu Paolo Rúmetz’ Repertoire zählen weiters Partien wie Enrico in Donizettis Lucia di Lammermoor, Sharpless in Puccinis Madama Butterfly, Alberich in Wagners Das Rheingold, Doktor Dulcamara in Donizettis L’elisir d’amore, Sulpice in Donizettis La Fille du régiment, David in Mascagnis L’amico Fritz, Don Geronio in Rossinis Il turco in Italia, die Titelpartie in Verdis Falstaff, Don Bartolo in Rossinis Il barbiere di Siviglia, Jago in Verdis Otello, Graf Gil in Ermanno Wolf-Ferraris Il segreto di Susanna, Fra Melitone in Verdis La forza del destino, Taddeo in Rossinis L’italiana in Algeri. Er sang im Haus am Ring bisher Dulcamara, Ashby (La fanciulla del West), Bartolo, Don Magnifico.

Adina, Gutspächterin in einem eher abgelegenen Dorf, ist jung, reich - und belesen. Der mittellose Nemorino bewundert sie. Den Landleuten trägt sie eine rührende Version der Geschichte von Tristan und Isolde vor, findet sie aber reichlich komisch: Tristan, von Isolde ungeliebt, erhält von einem Wundermann einen Liebestrank, durch dessen Zauber Isoldens Herz bezwungen wird. Adina ist froh, dass es derlei Tränke nicht mehr gibt. Nemorino, der sie - obwohl er nicht erhört wird - innig liebt, hat aufmerksam zugehört. Sergeant Belcore rückt ein und bezieht mit seinen Soldaten Quartier. Adina gegenüber gibt er sich galant, fordert aber gleich auch ihre Liebe. Die kapriziöse Adina lässt sich indes nicht so leicht gewinnen. Nemorino gelingt es, neuerlich zu beteuern, wie sehr er Adina liebe. Sie jedoch weist ihn zurück, sagt, frei und ungebunden bleiben zu wollen. Da trifft unter einigem Aufhebens Dulcamara ein, der sich als weithin berühmter Wunderdoktor ausgibt und seine Mittel gegen alle nur erdenklichen Leiden anpreist. Die Landleute lassen sich beschwatzen. Schließlich fragt Nemorino den Quacksalber, ob er auch einen Liebestrank mit sich führe. Dulcamara durchschaut sofort die Lage und verkauft dem dankbaren Nemorino um dessen ganze Barschaft das begehrte Elixier. Dieses wirke erst nach 24 Stunden, meint vorsichtshalber Dulcamara; er hat dem ahnungslosen Nemorino nichts anderes als eine Flasche Bordeauxwein angedreht. Sogleich trinkt Nemorino davon, und seine Stimmung bessert sich merklich. Er gibt vor, an Adina desinteressiert zu sein. Nun möge sie um ihn werben. Diese plötzliche Sinnesumkehr ist Adina auch wieder nicht recht. Sie will herausfinden, ob Nemorinos Gefühle für sie tatsächlich erkaltet seien und erklärt kurzerhand, Belcore heiraten zu wollen, aber noch heute, da der Sergeant morgen früh weiterziehen müsse. Nemorino, vorerst noch - auf sein Elixier bauend - siegessicher gewesen, ist nun völlig verdattert. So hat er sich die Wirkung des Liebestranks nicht vorgestellt. Die Hochzeit wird vorbereitet. Dulcamara spielt mit Adina eine improvisierte venezianische Liebesszene. Der Notar erscheint mit dem Ehekontrakt, aber Adina will erst später unterzeichnen. Nemorino möchte von Dulcamara eine zweite Flasche des Wunderelixiers. Das ließe sich schon machen, falls Nemorino bezahlen könne, der aber besitzt keinen Heller mehr. In seiner Verzweiflung lässt er sich von Belcore als Soldat anwerben und beschafft sich für das erhaltene Handgeld sofort die zweite Flasche.
Der vermeintliche Liebestrank wirkt unerwartet schnell: Eine ganze Schar Mädchen umschmeichelt Nemorino. Das erstaunt ihn nicht sonderlich, hat er doch seinem Elixier bereits kräftigst zugesprochen. Allerdings ahnt er den wahren Hintergrund der wunderbaren Zuneigung nicht: Gianetta hat die bis dahin geheime Neuigkeit verbreitet, dass Nemorinos sehr begüteter Onkel gestorben sei und ihn als Alleinerben eingesetzt habe. Nemorino findet die Mädchengesellschaft äußerst angenehm. Adina ignoriert er, was deren Eifersucht weckt. Von Dulcamara erfährt sie, warum Nemorino sich hat anwerben lassen. Der Quacksalber bietet nun ihr den Liebestrank an. Sie aber lehnt ab, denn sie weiß ein besseres Mittel, um Nemorino, dem sie ja doch zugetan ist, zu gewinnen: ihre Augen. Nemorino glaubt, in Adinas Augen eine heimliche Träne gesehen zu haben. Liebt sie ihn etwa doch? Nach seiner schönen Romanze schenkt ihm Adina selbst Gewissheit: Sie gesteht ihm ihre Liebe und reicht ihm das Anwerbedekret zurück; sie hat Belcore das Handgeld zurückgezahlt und Nemorino freigekauft. Belcore findet seine Braut in den Armen eines anderen. Zwar ist er enttäuscht, aber er macht gute Miene zum bösen Spiel, denn für einen Soldaten wie ihn gäbe es Mädchen genug. Nemorino und Adina hören jetzt erst von der Erbschaft. Dulcamara nützt die Situation für sich. Er brüstet sich mit seiner Kunst, dank welcher Nemorino sowohl zu seinem Liebesglück, als auch zu Vermögen gekommen sei.