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So. 04.11.2018, 16:30 - 21:30 Wien

Hector Berlioz

Les Troyens

Dirigent: Alain Altinoglu, Regie: David McVicar
Mit Brandon Jovanovich, Adam Plachetka, Peter Kellner, Jongmin Park, Paolo Fanale, Rachel Frenkel, Anna Caterina Antonacci, Joyce DiDonato, Szilvia Vörös

Joyce DiDonato mit freundlicher Genehmigung von Erato/Warner Classics

 
Besetzung
Inhaltsangabe
Galerie
Trailer
  • Alain Altinoglu  |  Dirigent
  • David McVicar  |  Regie
  • Leah Hausman  |  Regiemitarbeit
  • Es Devlin  |  Bühne
  • Will Harding  |  Umsetzung Bühne
  • Moritz Junge  |  Kostüme
  • Wolfgang Goebbel  |  Licht
  • Pia Virolainen  |  Umsetzung Licht
  • Lynne Page  |  Choreographie
  • Gemma Payne  |  Choreographische Einstudierung
  • Marie Lambert  |  Regieassistenz
  • Helen Johnson  |  Kostümassistenz
  • Hector Berlioz  |  Musik

Alain Altinoglu | Dirigent

ALAIN ALTINOGLU studierte am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris und lehrte dort fast zehn Jahre als Professor der Gesangsensembleklasse. Seine Dirigate führten ihn unter anderem an die New Yorker Metropolitan Opera, die Lyric Opera von Chicago, das Teatro Colón in Buenos Aires, an die Deutsche Oper Berlin, die Staatsoper Unter den Linden in Berlin, die Bayerische Staatsoper in München und an alle vier Opernhäuser in Paris: die Opéra National, das Théâtre des Champs-Elysées, die Opéra-Comique und das Théâtre du Châtelet, weiters zu den Festspielen in Salzburg, Orange und Aix-en-Provence. Gegenwärtige und zukünftige Dirigate Alain Altinuglus umfassen u.a. Massenets Manon Lescaut in München, Wagners Lohengrin in Bayreuth, Mozarts Don Giovanni in London und Paris, Tschaikowskis Eugen Onegin und Bizets Carmen in Berlin, Werther in New York, Strauss‘ Salome in Zürich. An der Wiener Staatsoper dirigierte Alain Altinuglu Verdis Don Carlo, Mozarts Don Giovanni, Verdis Falstaff, Gounods Faust, Gounods Roméo et Juliette (Hausdebüt), Strauss‘ Salome und Verdis Simon Boccanegra.

Adam Plachetka | Chorèbe

ADAM PLACHETKA erhielt seine Ausbildung am Konservatori­um seiner Heimatstadt Prag. Neben einer Reihe von nationalen Wettbewerben gewann er den Internationalen Antonín Dvorák- Sängerwettbewerb. 2005 debütierte Adam Plachetka am Prager Nationaltheater, wo er unter anderem Masetto (Don Giovan­ni), Publio (La clemenza di Tito), Figaro (Le nozze di Figaro) und Don Giovanni sang. An der Prager Staatsoper war er zum Beispiel als Papageno und Don Basilio (Il barbiere di Siviglia) zu erleben. Engagements führen und führten Adam Plachetka u.a. zu den Salzburger Festspielen, an die Bayerische Staatsoper, nach Glyndebourne, an das Royal Opera House Covent Garden in London, an die Mailänder Scala, nach Baden-Baden und an die Berliner Staatsoper. In den nächsten Monaten stehen die Debüts an der New Yorker Met und an der Lyric Opera Chicago an. Seit 2010/2011 ist Adam Plachetka Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper und sang hier u.a. Schaunard, Basilio, Melisso (Alcina), Masetto, Don Giovanni, Haly (L’italiana in Algeri), Graf Dominik (Arabella), Nozze-Figaro, Guglielmo, Pu­blio, Dulcamara, Hercule (Alceste), Alidoro, Paolo, Harlekin.

Jongmin Park | Narbal

Der Bass JONGMIN PARK studierte in seiner Heimatstadt Seoul Gesang und war Mitglied der Mailänder Accademia Teatro alla Scala. Zum Beginn der Spielzeit 2010/2011 wurde er ins Ensem­ble der Hamburgischen Staatsoper engagiert. Hier übernahm er u. a. die Partien König (Aida), Sparafucile, Masetto. Als Kon­zertsolist tritt er ebenfalls weltweit auf. Beim Weihnachtskon­zert in der Mailänder Scala sang er unter Myung-Whun Chung in Mozarts Vesperae solennes de Confessore. Außerdem trat er regelmäßig in Korea auf sowie im Moskauer Bolschoi-Theater und im Mariinsky-Theater. 2010 gab er seinen ersten Soloabend in München, kurz darauf in Frankfurt. Er wurde bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Er gewann den Interna­tionalen Tschaikowsky-Wettbewerb, den Birgit Nilsson-Preis bei Plácido Domingos Operalia- Wettbewerb und den Wagner-Award. 2009 erhielt er sowohl den ersten Preis als auch den Publikumspreis beim Gesangswettbewerb Stella Maris an Bord der MS Europa. 2014 debütiert er am ROH Covent Garden. An der Wiener Staatsoper debütierte er 2011 als Colline und sang hier weiters u.a. Zuniga, Basilio, Billy Jackrabbit, Quinault, Gremin, Sir Giorgio. 

Rachel Frenkel | Ascagne

RACHEL FRENKEL studierte an der Buchmann-Mehta School of Music in Tel Aviv. Während der Spielzeit 2006/2007 nahm sie am Young Artists Program der Israeli Opera teil. Sie ist Stipendiatin mehrerer Institutionen, unter anderem der Universität Tel Aviv und der America-Israel Sharet Artists Foundation. Von 2009 bis 2011 war sie Mitglied des Opernstudios der Staatsoper Unter den Linden. Hier war sie unter anderem als Mercédès in Car­men, Flora in La traviata, Siébel in Faust, Cherubino in Le nozze di Figaro, Dorabella in Così fan tutte, Milli in Der Ferne Klang und Zaida in Il turco in Italia zu erleben. 2011 debütiert sie als Stimme des Falken in Die Frau ohne Schatten bei den Salzburger Festspielen. An der Staatsoper Berlin war sie als Rosina in Il barbiere di Siviglia zu hören, an der Staatsoper Hamburg als Komponist in Ariadne auf Naxos.

Auftritte führen sie z. B. (als Dryade in Ariadne auf Naxos) nach Baden-Baden oder (als Cheru­bino in Le nozze di Figaro) an die Opéra National de Montpellier. Aktuelle Engagements umfas­sen u.a. Dorabella an der Semperoper, Idamante in Lille und Nicklausse in Bregenz. 2011 wurde sie Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper und sang hier u. a. Rosina, Zulma, Cherubino, An­gelina, Fenena. 

Rolle an der Wiener Staatsoper 2014/2015: Rosina.

Benjamin Bruns | Hylas

Seinen sängerischen Werdegang begann BENJAMIN BRUNS als Alt-Solist im Knabenchor seiner Heimatstadt Hannover. Noch während des Studiums an der Musikhochschule Hamburg wurde ihm durch das Bremer Theater ein erstes Festengagement angeboten. Dem folgten Ensembleverträge an der Oper Köln sowie der Sächsischen Staatsoper Dresden. Gastspiele führten ihn u.a. an das Staatstheater Nürnberg, die Staatsoper Unter den Linden, die Deutsche Oper Berlin, das Teatro Colón und zu den Bayreuther Festspielen. Auch als Oratorien- und Liedsänger genießt Benjamin Bruns einen hervorragenden Ruf und ist somit neben der Oper ebenfalls in den großen Konzertsälen zu Hause. Seit Beginn der Spielzeit 2010/2011 gehört Benjamin Bruns zum Ensemble der Wiener Staatsoper und sang hier Partien wie Conte d’Almaviva (Il barbiere di Siviglia), Oronte (Premierenproduktion Alcina), Arturo (Lucia di Lammermoor), Don Basilio (Premierenproduktion Le nozze di Figaro), Brighella (Ariadne auf Naxos), Tamino (Die Zauberflöte), Jaquino (Fidelio), Ferrando (Così fan tutte), Don Ottavio (Don Giovanni), Évandre (Premierenproduktion Alceste).


 

 

Portrait Benjamin Bruns

Alexandru Moisiuc | Priam

ALEXANDRU MOISIUC was born in Bucharest and completed his violin studies at the Enescu University of Music. In 1980 he began his opera singing studies at the Porumbescu Music Academy. In 1984 he made his debut at the Bucharest National Opera in Werther, where he was engaged as soloist. In 1991 he was engaged at the Wiener Kammeroper as Don Giovanni, and went on a tour to Japan and South Korea with the Kammeroper. In 1992 he became 1st soloist at the National Opera in Temesvar, two years later his collaboration with the Wiener Staatsoper began, where he has been a soloist ever since. In 1990 he started working as singing teacher at the Bucharest Music Academy. Performances have led the artist to La Scala in Milan, the Semperoper, the Alte Oper Frankfurt, the Palais des Beaux-Artes in Brussels, the Herodes Atticus in Athens. His repertoire includes more than 50 of the most important roles of his fach, spanning four centuries and ranging from Monteverdi to Schönberg. 
 

Orhan Yildiz | Griechischer Heerführer

ORHAN YILDIZ wurde in der Türkei geboren. Er studierte am Mersin Konservatorium, wo er 2002 graduierte. Ab 2000 sang er an der Staatsoper Mersin. Er war Finalist bzw. Gewinner mehrerer Wettbewerbe, darunter des Siemens Voice Competition in Istanbul und des Belvedere Wettbewerbs, des Leyla Gencer Wettbewerbs, des Francisco Vinas oder des Operalia Bewerbs. Ab 2010 sang er als Ensemblemitglied am Theater Braunschweig und war in zentralen Partien zu hören, unter anderem als Figaro (Il barbiere di Siviglia), Conte d’Almaviva (Le nozze di Figaro), in der Titelrolle von Don Giovanni, Ping (Turandot), Belcore (L’elisir d’amore), Klingsor (Parsifal), Guglielmo (Così fan tutte), Enrico in Donizettis Lucia di Lammermoor, Giorgio Germont in La traviata, Nick Shadow in The Rake’s Progress, Jeletzki in Pique Dame, Ford (Falstaff). Er gastierte an der Hamburgischen Staatsoper, an der Oper in Bremen, am Teatro Municipal de Santiago de Chile, am Théâtre du Capitole de Toulouse und beim Grachtenfestival Amsterdam. Ab der Spielzeit 2016/2017 ist er Ensemblemitglied an der Wiener Staatsoper. 

Wolfram Igor Derntl | Hélénus

Wolfram Igor Derntl wurde in Mauthausen geboren. Er schloss sein Gesangsstudium am Goetheanistischen Konservatorium mit Auszeichnung ab. 2004 wurde er in den Chor der Wiener Staatsoper engagiert und ist seitdem auch Mitglied der Wiener Hofmusikkapelle. Vor seinem festem Engagement an der Wiener Staatsoper war er u. a. an der Wiener Volksoper, der Wiener Kammeroper, am Stadttheater St. Pölten, in Klosterneuburg, Schwetzingen oder am Wiener Burgtheater engagiert. Erfolgreich war er als Tamino (Zauberflöte), Basilio und Don Curzio (Figaro), Pedrillo (Entführung aus dem Serail), Barinkay (Zigeunerbaron), Symon (Bettelstudent), Adam (Vogelhändler) und Alfred (Fledermaus). Seit seinem Engagement an der Wiener Staatsoper verkörperte er neben seiner administrativen Tätigkeit für den Chor zahlreiche Partien und wirkte in der vergangenen Spielzeit am Japan-Gastspiel der Wiener Staatsoper mit. Seit 2009/2010 ist er im Haus am Ring mit einem Solovertrag engagiert.
 

Marcus Pelz | 1. trojanischer Soldat

MARCUS PELZ wurde in Stuttgart geboren, studierte Sologe­sang, Lied und Oratorium, klassische Operette sowie das Fach Alte Musik am Konservatorium der Stadt Wien und absolvierte die Opernschule der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien. Erste Engagements am Landestheater St. Pöl­ten, an der Wiener Kammeroper (1995-1997) und der Neuen Oper Wien legten den Grundstein für seine Verpflichtung an die Wiener Staatsoper (seit 1999 als Ensemblemitglied). Gas­tengagements führten ihn u.a. in der Titelpartie von Wozzeck an das Teatro Avenida in Buenos Aires und zu dem Maggio Musicale in Florenz mit dem Rosen­kavalier. Sein Repertoire im Haus am Ring umfasst mehr als achtzig Partien u. a. Hermann, Gregorio, Schaunard, Notar u. Polizeikommissar, Kothner und Konrad Nachtigall, Sprecher u. 2. Priester, Antonio, Phorbas, Angelotti, Donald, Gualtiero Raleigh, Alessio, Masetto, Haly, Johann, 1. Schäfer, Albert, Altgesell und Saretzki. Sehr beliebt beim jungen Publikum sind sei­ne Auftritte im Rahmen der Kinderoper-Vorstellungen auf dem Dach der Wiener Staatsoper.

Donna Ellen | Hécube

DONNA ELLEN stammt aus Kanada und studierte Gesang an der Wilfrid Laurier University ihrer Heimat. Zwei Saisonen sang sie an der Canada Opera Piccola unter der Obhut von Leopold Simoneau und Pierrette Alarie, bevor sie an das Opernstudio Zürich wechselte. 1987 wurde sie an das Landestheater Linz en­gagiert, wo sie Partien wie die Königin der Nacht, Blonde, Zer­lina gestaltete oder in der Uraufführung von Balduin Sulzers Proteus sang. Auftritte absolvierte sie u. a. in Stuttgart, Genf, Berlin, Bad Ischl, im Musikverein und Konzerthaus. 2004 debü­tierte sie an der Volksoper. Ihr Debüt an der Wiener Staatsoper, deren Ensemblemitglied sie ist, gab sie 2003 als Helmwige. Seither sang sie hier u. a. die Marzellina (Barbiere di Siviglia), Axinja (Lady Macbeth von Mzensk), Leitmetzerin (Rosenkavalier), Annina (Traviata), Curra (Forza del destino), Brünnhilde (Nibelungenring für Kinder), Königin (Traumfresserchen), Berta (Pünktchen und Anton), Marcellina (Nozze di Figaro), Fekluša (Kátja Kabanová), Kar­tenaufschlägerin (Arabella), Aufseherin (Elektra), Dirne (Aus einem Totenhaus), Giovanna (Rigoletto). 
 

Berlioz’ Libretto stammt hauptsächlich aus den Büchern I, II und IV der Aeneis von Vergil.
Der Trojanische Krieg entsprang den Streitereien der Götter und Sterblichen und brach aus, als Paris, Prinz von Troja, Helena, die Ehefrau von Menelaos, König von Sparta, raubte.
Gemeinsam mit seinem Bruder, König Agamemnon von Mykene und vielen anderen griechischen Helden segelte Menelaos nach Troja.
Beginnend mit dem Opfer von Agamemnons jüngster Tochter Iphigenie – um die Götter zu besänftigen und günstige Winde für die griechische Flotte zu gewinnen – wurde auf beiden Seiten viel Blut vergossen. Hektor, ältester Sohn von König Priamus von Troja, wurde vom griechischen Helden Achill getötet, seine Leiche an dessen Wagen gebunden und mehrmals um die Stadtmauern geschliffen. Achill wiederum wurde von Paris getötet; sein Grab befindet sich in der Ebene vor den Mauern von Troja.
1. Akt
Die griechischen Heere haben die Stadt Troja zehn Jahre lang belagert, verließen aber plötzlich das Lager, zogen ihre Schiffe zurück und verschwanden. Am Strand vor der Stadtmauer hinterließen sie ein großes hölzernes Pferd. Das trojanische Volk kommt freudig aus der Stadt, um das verlassene Lager zu plündern und bestaunt das Pferd. Kassandra, Tochter von König Priamus und einer Vestalin, erscheint. Sie ist Prophetin, wurde aber verflucht, sodass niemand ihre Weissagungen beachtet oder glaubt. Sie sieht die Katastrophe voraus, die Troja und das Volk vernichten wird. Ihr Verlobter, Choroebus, Prinz von Phrygien und ein Verbündeter von Troja, kommt, um sie zu bitten, ihre dunklen Prophezeiungen zu vergessen und am Jubel des Volkes teilzunehmen. Kassandra wird von einer plötzlichen, erschreckenden Vision ergriffen: Trojas Zerstörung und Choroebus’ Tod! Sie bittet ihn, die Stadt zu verlassen, solange noch Zeit ist. Er aber weigert sich. Resigniert reicht sie ihm ihre Hand. Der Tod, so sagt sie, wird ihr Ehebett vorbereiten.
Aus der Stadt kommt eine Prozession, die von Priamus, Königin Hekuba, ihren Töchtern, den Priestern und Kriegern Trojas angeführt wird. Ein Lobgesang wird gesungen und Opfergaben werden auf den Altar der Götter gelegt. Die Freude wird durch den stillen Auftritt von Hektors Witwe Andromache und ihrem Sohn Astyanax unterbrochen: beide trauern. Unbeachtet prophezeit Kassandra, dass Andromache vor dem nächsten Sonnenaufgang noch bitterere Tränen weinen wird. Plötzlich stürmt Aeneas, der Anführer von Trojas Kämpfern, herein, um vom schrecklichen Tod des Priesters Laokoon zu berichten. Dieser glaubte, das Pferd wäre eine von den Griechen gelegte Falle, schleuderte seinen Speer gegen das Tier und forderte das Volk auf, es zu verbrennen. Augenblicklich entstiegen dem Meer zwei riesige Schlangen und töteten ihn. Die Trojaner sind entsetzt, doch Aeneas deutet das Vorzeichen als gerechten Zorn der Göttin Pallas Athene über Laokoons Sakrileg. Das Pferd, so meint Aeneas, ist sicherlich eine Opfergabe, die von den besiegten Griechen der Göttin Trojas hinterlassen wurde. Priamus befiehlt, das Pferd in die Stadt zu bringen und vor den Tempel zu stellen. Kassandra schaut verzweifelt zu, wie das Volk das Pferd in einem Triumphzug nach Troja führt. Plötzlich hört man Waffengeräusch aus dem Bauch des Tieres, doch die Menge deutet dies als glückliches Omen. Kassandra prophezeit ihren eigenen Tod in den Ruinen von Troja.
2. Akt
Aeneas schläft. Draußen hört man den Lärm fernen Kampfes. Aeneas’ Sohn Ascanius läuft erschrocken umher, wagt es aber nicht, seinen Vater zu wecken. Aus der Dunkelheit nähert sich der Schatten von Hector. Aeneas erwacht. Die Erscheinung befiehlt ihm, der unvermeidlichen Zerstörung der Stadt zu entfliehen und mit seinen Männern nach Italien zu segeln, um ein neues Troja zu gründen. Als der Geist verschwindet, stürmt der verwundete Priester Pantheus herein, trägt das Palladium (das heilige Bild von Troja), gefolgt von Choroebus an der Spitze einer Schar von Kriegern. Die Griechen sind aus dem Pferd gestiegen und Troja steht in Flammen. Die Zitadelle, die die Stadt schützt, steht aber noch. Die Kämpfer beschließen, sich ihren Weg dorthin zu erkämpfen oder umzukommen. Trojanische Frauen, angeführt von der Prinzessin Polyxenia, beten um Befreiung. Kassandra prophezeit, dass Troja in jener Stadt, die Aeneas 
in Italien gründen soll, wieder auferstehen wird. Choroebus, berichtet sie, sei tot und sie entschlossen, ihm zu folgen. Sie fragt die Frauen, ob sie ihrerseits bereit wären, mit ihr zu sterben oder ob sie sich der Sklaverei und der Lust der erobernden Griechen unterwerfen würden. Eine kleine Gruppe von Frauen, zu angstvoll, sich das Leben zu nehmen, wird von den anderen vertrieben. Kassandra singt mit den Frauen einen Hymnus. Als ein griechischer Heerführer mit plündernden Soldaten eindringt, ist sie die erste, die sich das Leben nimmt. Weitere Soldaten kommen mit der Nachricht, dass Aeneas und seine Männer aus der Stadt entkommen sind. Mit dem Wort „Italien!“ nehmen sich Polyxenia und die anderen Frauen ihr Leben. Troja geht in Flammen unter.
Pause
3. Akt
Königin Dido ist nach der Ermordung ihres Mannes Sychäus durch ihren Bruder Pygmalion aus ihrer Heimat Tyrus geflohen. Mit ihren Gefährten hat sie an der nordafrikanischen Küste eine neue Stadt gegründet, Karthago. In nur sieben Jahren ist die Stadt erblüht und die Bevölkerung hat sich versammelt, um die geliebte Königin zu feiern und ihr zu huldigen. Dido erkennt den Eifer und die Loyalität ihres Volkes an, warnt aber davor, dass der Friede von König Iarbas und den Numidern bedroht werde und dass ein Krieg bevorstehe. Nach den Feierlichkeiten bleibt Dido mit ihrer Schwester Anna allein zurück. Sie spricht von einer großen Trauer, doch als Anna sie drängt, sich einen neuen Ehemann zu nehmen, leugnet sie die Sehnsucht nach Liebe. Dido schwört dem Gedenken an Sychäus treu zu bleiben, obwohl Annas Worte in ihr eine geheime Sehnsucht wecken. Der Hofdichter Iopas tritt ein, um die Ankunft einer unbekannten Flotte zu verkünden, die durch einen Sturm an die Küste getrieben wurde. Unter Hinweis auf ihre eigenen Seefahrten befiehlt Dido, die Fremden freundlich zu empfangen. Die trojanischen Kämpfer erscheinen, unter ihnen – verkleidet – Aeneas. Ascanius überreicht der Königin Geschenke aus dem Schatz Trojas und Pantheus verkündet die Aufgabe Aeneas’, ein neues Troja in Italien zu gründen. Narbal, der Hohepriester und Minister Karthagos, bringt die Nachricht, dass Iarbas’ Armeen angreifen. Die Karthager sind – zahlenmäßig und waffentechnisch – unterlegen. Aeneas verrät seine Identität und bietet Dido die Unterstützung der Trojaner an. Sie nimmt dankbar an, ist gleichzeitig vom Anblick des Helden überwältigt. Aeneas lässt Ascanius in Didos Obhut und zieht in den Kampf.
4. Akt
Aeneas hat den Krieg gegen die Numider gewonnen. Seine Männer und er haben sich im gastfreundlichen Karthago niedergelassen. In einem Wald in der Nähe der Stadtmauern ist das Königspaar auf die Jagd gegangen. Die Geister und Geschöpfe des Waldes fühlen sich durch das Eindringen der Jagdgesellschaft gestört. Ein Sturm bricht los. Dido und Aeneas, von den anderen getrennt, suchen Schutz. Sie gestehen sich ihre Liebe. Die Leidenschaft der Liebenden spiegelt sich in der Gewalt des Sturms. Die Geister tanzen in Ekstase, aber die Rufe, die durch den Wald hallen, sind das unvermeidliche Schicksal von Aeneas: „Italien!“ In den Gärten von Didos Palast streiten sich Anna und Narbal über den langen Aufenthalt des trojanischen Prinzen. Narbal befürchtet, dass Dido durch die Liebe zu Aeneas das Interesse an den Staatsgeschäften verloren hat, Anna aber kann sich nur über die leidenschaftliche Liebe ihrer Schwester freuen. Sicherlich, so meint sie, wird er Dido heiraten, in Karthago als König herrschen und seine Fahrt nach Italien aufgeben. Das Schicksal des Helden kann nicht negiert werden, argumentiert Narbal, und eine Katastrophe wird Karthago heimsuchen, so Aeneas bleibt. Es ist Abend und der Hof betritt die Gärten, um sich die Zeit mit Musik und Tanz zu vertreiben. Dido ist unruhig und weder das Tanzen noch die sanften Gesänge, die Iopas zum Lob der Göttin Ceres singt, können ihren unruhigen Geist beruhigen. Sie bittet Aeneas, Geschichten über die Folgen des Untergangs von Troja zu erzählen. Er beschreibt das Schicksal von Andromache, die von Pyrrhus, dem Sohn des Achill und Mörder König Priamus’, verschleppt und verheiratet wurde. Es heißt, dass sie ihren neuen Ehemann liebt und alle Erinnerungen an Hektor aufgegeben hat. Dido ist von seinen Worten bewegt. Sie wecken ihr Gewissen, denn sie weiß, dass auch sie nicht mehr an so sehr an Sychäus denkt wie einst. In Gedanken versunken, zieht ihr Ascanius, in Gestalt von Amor, spielerisch den Ring von Sychäus von ihrem Finger. Als die Dunkelheit hereinbricht, sinniert die Gesellschaft über die geheimnisvolle Schönheit der Nacht. Dido und Aeneas, entrückt, schwelgen in Liebe. Als sie den Garten verlassen, fällt das Mondlicht auf Merkur, den Götterboten. Drei Mal intoniert er das Wort „Italien!“. Aeneas Schicksal ist unausweichlich.
Pause
5. Akt
Hylas, ein phrygischer Seemann in der trojanischen Flotte, träumt im Ausguck eines Schiffes von seiner verlorenen Heimat. Pantheus befiehlt den Kriegern, sich auf eine Abreise vorzubereiten. Viele Omen deuten auf den Zorn der Götter ob der Verzögerung durch Aeneas’ hin. Zwei Wächter beklagen, aus einem Land, das sie genießen, wieder einmal vertrieben zu werden. Aeneas hat Dido von seiner Absicht und seiner Verantwortung, Karthago und sie zu verlassen, erzählt. Sie ist vor Schmerz erschüttert – und stumm. Auch er ist verzweifelt: Er kann es nicht ertragen, abzureisen, ohne sie ein letztes Mal in seinen Armen zu halten. Wankend in seinem Entschluss wird er von den Geistern von Priamus, Choroebus, Hektor und Kassandra gedrängt. Die Schatten wollen keine weitere Stunde Verzug gestatten. Aeneas weckt das Lager und befiehlt seinen Gefährten, sich auf die Abreise vorzubereiten. Er schickt Pantheus in den Palast, um Ascanius zu wecken. Verstört erscheint Dido am Hafen, um ihn zu treffen. Ihre Bitten und Flüche sind vergebens. Aeneas wird in Italien den Tod eines Helden sterben. Die Flotte macht sich bereit, Dido eilt verzweifelt davon. Im Palast verlässt Dido der Stolz und sie schickt Anna zum Hafen, um Aeneas um einige wenige weitere Tage zu bitten. Doch draußen erklingt das Weinen ob der auslaufenden Flotte. Iopas berichtet, dass die Trojaner bereits außer Sichtweite sind. Dido gerät in Raserei. Sie verschreibt sich, von den Göttern des Olymp abgewandt, den dunklen Gottheiten des Hades. Dido befiehlt einen Scheiterhaufen, auf dem jede Erinnerung an Aeneas verbrannt werden soll. Alleine gelassen verzweifelt sie und beschließt zu sterben. Sie verabschiedet sich von der Stadt, die sie so gut errichtet und so sehr geliebt hat. Das Volk versammelt sich um den Scheiterhaufen, während Dido das Opferritual für die Höllengötter vollzieht. Anna und Narbal sprechen einen Fluch über Aeneas und Dido besteigt den Scheiterhaufen, der von den Erinnerungen an ihre Liebe bedeckt ist. Sie prophezeit das Erscheinen eines großen karthagischen Helden, der Aeneas’ Nachkommen bekämpfen und sie rächen wird: Hannibal. Zum Schrecken aller ergreift sie plötzlich Aeneas’ Schwert und ersticht sich. Sterbend sieht sie eine andere Vision einer ewigen Stadt: Aeneas’ Schicksal, Rom. Das Volk von Karthago schwört dem Volk von Aeneas endlosen Hass und Krieg. Eines Tages wird die Welt ein weiteres Reich fallen sehen.