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Di. 02.01.2018, 19:00 - 21:15 Wien

Engelbert Humperdinck

Hänsel und Gretel

Dirigent: Patrick Lange, Regie: Adrian Noble
Mit Adrian Eröd, Donna Ellen, Margaret Plummer, Chen Reiss, Monika Bohinec

 
Besetzung
Inhaltsangabe
Galerie
Trailer
  • Engelbert Humperdinck  |  Musik
  • Patrick Lange  |  Dirigent
  • Adrian Noble  |  Regie
  • Anthony Ward  |  Ausstattung
  • Jean Kalman  |  Licht
  • Denni Sayers  |  Choreographie
  • Andrzej Goulding  |  Video

Patrick Lange | Dirigent

Der 1981 in der Nähe von Nürnberg geborene Patrick Lange zählt zu den vielversprechenden Talenten der jungen Dirigentengeneration. Als Assistent Abbados arbeitete er mit den Berliner Philharmonikern, mit der Orchestra Mozart Bologna und mit dem Lucerne Festival Orchestra. 2009 war er mit Così fan tutte mit der Glyndebourne Opera in England auf Tournee. 2011 dirigierte er die Academy of St. Martin in the Fields auf einer Deutschland-Tour. Seine Laufbahn als Operndirigent begann er in Luzern (Falstaff, Don Giovanni). Mit Le nozze di Figaro debütierte er 2007 an der Komischen Oper. Seit 2008 wirkte er dort als 1. Kapellmeister, 2010 erfolgte seine Ernennung zum Chefdirigenten des Hauses (bis 2012). 2010/2011 eröffnete er mit den Meistersingern, später folgten Rigoletto, Rusalka und Idomeneo. 2011/2012 leitete er u. a. Freischütz, Der Rosenkavalier und Meistersinger an der Komischen Oper Berlin und La traviata am Covent Garden London. In der laufenden und nächsten Spielzeit folgen Die Entführung aus dem Serail an der Bayerischen Staatsoper, in Zürich Die Entführung aus dem Serail, Jenufa und Faust. 2010 debütierte er mit Madama Butterfly an der Wiener Staatsoper, wo er seither u. a. Don Giovanni, Così fan tutte, Die Zauberflöte für Kinder, Eugen Onegin und Die Fledermaus dirigierte.

Adrian Eröd | Peter Besenbinder

Nach seiner Ausbildung an der Musikhochschule in Wien, wo er unter anderem bei Walter Berry studierte, führte ADRIAN ERÖDs Weg von der Wiener Kammeroper über das Landes­theater Linz an die Wiener Volksoper und schließlich an die Wiener Staatsoper, die neben seinen internationalen Engage­ments auch weiter einen zentralen Platz in seiner künstleri­schen Zukunft einnehmen wird. Seit seinem Debüt 2001 an der Wiener Staatsoper als Mercutio in Roméo et Juliette singt Adrian Eröd hier Partien wie Guglielmo, Beckmesser, Loge, Conte d’Almaviva, Figaro (Il barbiere di Siviglia), Dr. Falke, Albert, die Titelrolle in Benjamin Brittens Billy Budd, Olivier (Capriccio) und die für ihn komponierte männliche Hauptpar­tie des Jason in Aribert Reimanns Medea. Er sang weiters unter anderem auch am Teatro La Fenice in Venedig (Harlekin), an der Hamburgischen Staatsoper (Pelléas), an der Oper Frank­furt (Prospero in Adès’ The Tempest), bei den Bayreuther Festspielen und an der Oper Zürich (Beckmesser). Zuletzt sang er z. B. an der Tokyo National Opera, der Opéra de Paris und bei den Bayreuther Festspielen. 

Rollen an der Wiener Staatsoper 2014/2015: Prospero, Eisenstein.

Donna Ellen | Gertrud

DONNA ELLEN stammt aus Kanada und studierte Gesang an der Wilfrid Laurier University ihrer Heimat. Zwei Saisonen sang sie an der Canada Opera Piccola unter der Obhut von Leopold Simoneau und Pierrette Alarie, bevor sie an das Opernstudio Zürich wechselte. 1987 wurde sie an das Landestheater Linz en­gagiert, wo sie Partien wie die Königin der Nacht, Blonde, Zer­lina gestaltete oder in der Uraufführung von Balduin Sulzers Proteus sang. Auftritte absolvierte sie u. a. in Stuttgart, Genf, Berlin, Bad Ischl, im Musikverein und Konzerthaus. 2004 debü­tierte sie an der Volksoper. Ihr Debüt an der Wiener Staatsoper, deren Ensemblemitglied sie ist, gab sie 2003 als Helmwige. Seither sang sie hier u. a. die Marzellina (Barbiere di Siviglia), Axinja (Lady Macbeth von Mzensk), Leitmetzerin (Rosenkavalier), Annina (Traviata), Curra (Forza del destino), Brünnhilde (Nibelungenring für Kinder), Königin (Traumfresserchen), Berta (Pünktchen und Anton), Marcellina (Nozze di Figaro), Fekluša (Kátja Kabanová), Kar­tenaufschlägerin (Arabella), Aufseherin (Elektra), Dirne (Aus einem Totenhaus), Giovanna (Rigoletto). 
 

Margaret Plummer | Hänsel

Die australische Mezzosopranistin Margaret Plummer absolvierte ihr Gesangsstudium am Sydney Conservatorium of Music. Darüber hinaus ließ sie sich auch als Jazz-Sängerin ausbilden. Sie ist mehrfache Preisträgerin bei Operngesangswettbewerben und besuchte 2005 die Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Für einige Zeit war sie Mitglied des Chores der Opera Australia, ehe sie ihre Solistenkarriere begann. Als solche folgten Auftritte als Solistin an der Opera Australia und der Pinchgut Opera. In der Spielzeit 2014/2015 ist die junge Künstlerin Stipendiatin der Opera Foundation Australia. Margaret Plummer sang unter anderem Dorabella in Così fan tutte an der Pacific Opera und Hänsel in Hänsel und Gretel an der Ozopera School‘s Company. An der Opera Austrialia sang Margaret Plummer in Dido und Aeneas, im Rosenkavalier und in Le nozze di Figaro. Sie sang die Knusperhexe in Hänsel und Gretel mit dem Sydney Symphony,
Charlotte in Werther an der Lyric Opera of Melbourne, Phoebe in in Rameaus Castor und Pollux an der Pinchgut Opera. An der Wiener Staatsoper debütierte sie als Tebaldo in Don Carlo.

Chen Reiss | Gretel

Die israelische Sopranistin CHEN REISS war in führenden Rol­len an der Wiener Staatsoper, der Bayerischen Staatsoper, dem Théâtre des Champs-Élysées, dem Teatro alla Scala, der Sem­peroper Dresden, der Deutschen Oper Berlin, der Hamburgi­schen Staatsoper, bei den Wiener Festwochen, beim Maggio Mu­sicale Fiorentino, der Opera Company of Philadelphia und der Israeli Opera zu erleben. Ihr Opernrepertoire umfasst: Pamina, Adina, Gilda, Nannetta, Oscar, Rosina, Servilia, Blonde, Susanna, Zerlina, Despina, Euridice, Marie (La Fille du régiment), Sophie (Der Rosenkavalier) und Adele. 2011 wurde ihr Soloalbum „LIAISONS“, mit dem Diapason d‘Or ausgezeichnet. Auf ihrem neuesten Album präsentiert Chen Reiss zusammen mit dem renom­mierten Pianisten Charles Spencer ein romantisches Arrangement mit dem Titel „Die Nachtigall und die Rose“. Sie war in Konzerten u.a. in Salzburg, Luzern, im Wiener Musikverein, in Berlin, Leipzig, München zu hören. An der Wiener Staatsoper debütierte sie 2009 als Sophie und sang im Haus am Ring seither Rollen wie Pamina, Elvira, Waldvogel, Adina, Servilia, Xenia, Füchslein Schlaukopf. 

 

Monika Bohinec | Knusperhexe

Die slowenische Mezzosopranistin MONIKA BOHINEC studierte Gesang am Mozarteum in Salzburg und an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Ihr Operndebüt gab sie 2006 als Clarissa (Die Liebe zu den drei Orangen) an der Slowenischen Staatsoper. In den Spielzeiten 2009/2010 und 2010/2011 war sie Ensemblemitglied des Nationaltheaters Mannheim, wo sie u.a. als Carmen, Giulietta, Suzuki und Ulrica zu hören war. Seit der Saison 2010/2011 ist sie Mitglied des Ensembles der Wiener Staatsoper, wo sie bisher bereits unter anderem als Lola, Fenena, Suzuki, Marcellina, Ulrica, Fremde Fürstin (Rusalka) und Erste Norn zu hören war. Jüngste Gastspiele führten sie als Magdalena (Meistersinger) zu den Salzburger Festspielen. Im Jänner 2014 gab sie einen Liederabend im Wiener Musikverein. Im Juni 2014 gab sie ihr Debüt als Amneris in einer Premierenproduktion am Münchner Theater am Gärtnerplatz. Gastengagements in vergangenen Spielzeiten umfassen Suzuki in Maribor, Principessa di Bouillon (Adriana Lecouvreur) in Rijeka, Walküre in Frankfurt und Czipra (Zigeunerbaron) bei den Seefestspielen Mörbisch. In Juni 2015 singt sie unter anderem auch mit Royal Philharmonic Orchestra in Royal Albert Hall in London.

Vorspiel
London, Weihnachten um 1890. Eine viktorianische Familie versammelt sich im Wohnzimmer gemütlich um den Christbaum. Der Vater überrascht alle mit einem geheimnisvollen, neuartigen Gerät, einer Laterna magica, die allerlei unbekannte und wunderbare Bilder an die Wand projiziert und zugleich die Tür zu einer fremden, märchenhaften Welt öffnet …
1. Akt
Statt die ihnen aufgetragenen Arbeiten zu verrichten, vertreiben sich die von Hunger geplagten Geschwister Hänsel und Gretel in der heimatlichen armseligen Hütte singend und tanzend die Zeit. Sehnsüchtig erwarten sie den Abend und damit die Rückkehr der Eltern, denn diesmal soll es endlich wieder einmal vor dem Schlafen gehen etwas zum Essen geben: Aus der Milch, die eine Nachbarin als Geschenk vorbeigebracht hat, wird die Mutter, so die Hoffnung der beiden Kinder, einen Reisbrei kochen. Als aber die Mutter schließlich tatsächlich heimkommt, kippt die Stimmung schlagartig. Vor lauter Zorn darüber, dass Hänsel und Gretel anstatt Besen zu binden und Strümpfe zu stricken den Tag miteinander spielend verbracht haben, eilt sie auf die Kinder zu um sie zu verprügeln. Dabei stößt sie irrtümlich den Topf mit der Milch vom Tisch. Hänsels Gekicher über ihr Ungeschick, die Scherben am Boden und die vergossene Milch lassen die Mutter den Kopf verlieren – sie treibt die Kinder zum Erdbeerpflücken in den angrenzenden Wald hinaus. Allein zurückgeblieben, klagt sie über die Armut und den Hunger ihrer Familie und schläft müde ein. Geweckt wird sie von ihrem fröhlichen, etwas angetrunkenen Mann, der ausnahmsweise seine gesamte Ware verkaufen konnte und aus dem Erlös einen großen Vorrat an unterschiedlichsten Lebensmitteln erworben hat. Doch die Freude wärt nur sehr kurz – bestürzt darüber, dass seine Kinder allein hinausgeschickt wurden, erzählt er seiner Frau von der menschenfressenden Knusperhexe am Ilsenstein, einer besonders dunklen und verrufenen Stelle im Wald. Voller Sorge stürzen die Eltern aus der Hütte, um Hänsel und Gretel noch vor dem Dunkelwerden zu finden und heimzubringen.
2. Akt
Während Hänsel Erdbeeren sammelt und den mitgebrachten Korb bis zum Rand anfüllt, windet Gretel einen Kranz. Glücklich darüber, diesmal den mütterlichen Auftrag erfüllt zu haben, verlieren sie sich in allerhand Spiele und vergessen rechtzeitig nach Hause zu gehen. Zu allem Überfluss essen die beiden, ohne es zu merken, nach und nach alle gesammelten Erdbeeren wieder auf. Als Hänsel und Gretel entsetzt neue suchen wollen, merken sie voller Angst, dass sie sich im abendlichen Dunkel des Waldes verlaufen haben. Da erscheint das gute Sandmännchen und streut ihnen Sand in die Augen. Eng umschlungen schlafen Hänsel und Gretel nach dem Abendgebet ein. In einem schönen Traum, in dem 14 Engel vorüberschweben, erhalten sie eine beruhigende Ahnung von Tod und neuem Leben. 
3. Akt
Am nächsten Morgen werden Hänsel und Gretel vom Taumännchen erweckt und entdecken das Knusperhäuschen der Hexe. Als Hänsel ein Stückchen vom Knusperhäuschen abbricht, ertönt von innen die Stimme der Hexe – da jedoch weiter nichts Bedrohliches geschieht, beginnen die Kinder am Häuschen zu naschen, so lange, bis die Hexe hervorkommt. Zwar gibt sie sich anfangs freundlich, doch wird bald ihr wahres Gesicht offenbar: sie bannt Hänsel und Gretel durch einen Zauber und sperrt Hänsel in einen Käfig, um ihn zu mästen. In übersprudelnder Vorfreude auf das Verspeisen der Kinder, besteigt die Hexe ihren Besen und fliegt auf ihm sitzend in größter Ekstase einige Zeit durch die Lüfte. Nach ihrem Hexenritt versucht sie Gretel zu überreden, in den Backofen zu schauen. Ihr Vorhaben, das ahnungslose Mädchen in den Backofen zu stoßen und dann zu einem Lebkuchen zu backen, misslingt, da sich Gretel, von ihrem Bruder gewarnt, dumm stellt und die Hexe bittet, ihr zu zeigen, auf welche Weise sie in den Backofen zu schauen habe. Ungeduldig geht die Hexe auf Gretels Vorschlag ein und beugt sich weit in den Backofen hinein. In diesem Moment wird sie von Hänsel und Gretel hineingestoßen und muss elendiglich zugrunde gehen. Kaum ist die Hexe tot, werden die zahlreichen Lebkuchenmännchen, die rund um das Knusperhäuschen gestanden sind, zu Kindern. Sie alle waren einst in die Fänge der Hexe gefallen und im Backofen zu Lebkuchen verwandelt worden. Doch nun ist der Zauber gebrochen. Hänsel und Gretel streicheln die Kinder und lösen mithilfe des Zauberstabes den letzten Bann: Jubelnd umtanzen die dankbaren Kinder ihre beiden Retter. Wenig später treffen die Eltern von Hänsel und Gretel, die die ganze Nacht nach ihren Kindern gesucht hatten, auf die glückliche Schar. Dankbar und voller Freude singt man gemeinsam: „Wenn die Not aufs Höchste steigt, Gott der Herr sich gnädig zu uns neigt!“

Hänsel und Gretel

Trailer