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Mi. 29.11.2017, 19:00 - 21:30 Wien

Richard Strauss

Ariadne auf Naxos

Dirigent: Patrick Lange, Regie: Sven-Eric Bechtolf
Mit Peter Matić, Jochen Schmeckenbecher, Sophie Koch, Stephen Gould, Daniela Fally, Adrianne Pieczonka

 
Besetzung
Inhaltsangabe
Galerie
Trailer
  • Richard Strauss  |  Musik
  • Peter Schneider  |  Dirigent
  • Sven-Eric Bechtolf  |  Regie
  • Rolf Glittenberg  |  Bühne
  • Marianne Glittenberg  |  Kostüme
  • Jürgen Hoffmann  |  Licht

Peter Schneider | Dirigent

Peter Schneider stammt aus Wien und kam mit acht Jahren zu den Wiener Sängerknaben, später studierte er an der Wiener Musikakademie (Komposition und Dirigieren). Zunächst war er Korrepetitor, Studienleiter und Kapellmeister in Salzburg und Heidelberg, dann 1. Kapellmeister an der Deutschen Oper am Rhein, wo er sich fast das gesamte Opernrepertoire erarbeitete. 1978 wurde er Generalmusikdirektor in Bremen. In Bayreuth dirigiert er seit 1981 regelmäßig. Nach Bremen kam eine zweijährige Tätigkeit in Mannheim als Opern- und Generalmusikdirektor. 1993/1994 wurde er Chefdirigent der Bayerischen Staatsoper und des Bayerischen Staatsorchesters. Nach fünfjähriger Tätigkeit gehört er der Bayerischen Staatsoper weiterhin als 1. Gastdirigent an. 1995 debütierte er an der Met. An der Wiener Staatsoper, deren Ehrenmitglied er ist, debütierte er 1984 mit Der Rosenkavalier. Seitdem hat er hier u. a. Capriccio, Salome, Don Giovanni, Nozze di Figaro, Fidelio, Zauberflöte, Fliegender Holländer, Meistersinger von Nürnberg, Ring des Nibelungen, Parsifal, Tristan und Isolde, Frau ohne Schatten, Palestrina dirigiert.

 
 

Peter Matić | Der Haushofmeister

Peter Matic wrude 1937 in Wien geboren. Hier absolvierte er seine Schauspielausbildung und war von 1960 bis 1968 am Theater an der Josefstadt engagiert. Es folgten Engagements in Basel und an den Münchner Kammerspielen, bis er ans Berliner Schillertheater wechselte, wo er 22 Jahre lang tätig war. 1993 spielte er erstmalig am Burgtheater, wo er seither in einer großen Anzahl an Rollen zu erleben war, u. a. Hofrat Winkler in Professor Bernhardi, der Mann in der Uraufführung Die letzte Nacht im September, Mars in Orpheus in der Unterwelt, Chargen- und Frauendarsteller in Die Riesen vom Berge, König Peter in Leonce und Lena, 1. Totengräber in Hamlet, Lysias in Die Tochter der Luft, Pandarus in Troilus und Cressida, General in Der Unbestechliche, Kardinal in Immanuel Kant, mehrere Rollen in Der Narr und seine Frau heute Abend in Pancomedia, Onkel Gustav in Feuerwerk, Patriach von Jerusalem in Nathan der Weise, Mason/Phipps in Der ideale Mann. Peter Matic war an der Volksoper in mehreren Rollen, etwa als Oberst Pickering in My Fair Lady zu erleben. 2001 erhielt er den Albin-Skoda-Ring. 2006 wurde er zum Kammerschauspieler ernannt. An der Wiener Staatsoper war er als Haushofmeister zu erleben.

Markus Eiche | Ein Musiklehrer

MARKUS EICHE wurde in St. Georgen im Schwarzwald geboren, er studierte in Karlsruhe und Stuttgart und ist Preisträger einiger nationaler und internationaler Gesangswettbewerbe. Am Natio­naltheater Mannheim begann er seine Karriere und war dort un­ter anderem als Marcello (La Bohème), Wolfram (Tannhäuser), Papageno (Zauberflöte), Guglielmo (Così fan tutte) sowie in den Titelpartien von Wozzeck oder Don Giovanni zu erleben. In der Spielzeit 2007/2008 wurde er Ensemblemitglied an der Wiener Staatsoper und sang hier u. a. Marcello, Jeletzki, Belcore (L’elisir d’amore), Albert (Werther), Lescaut (Manon), Fritz/Frank, Valentin (Faust), Donner (Das Rhein­gold), Gunther (Götterdämmerung), Eugen Onegin, Don Juan (Aus einem Totenhaus), Dr. Fal­ke (Die Fledermaus). Darüber hinaus gastierte der Künstler u. a. bei den Salzburger Festspie­len, an der Mailänder Scala, der Nederlandse Opera Amsterdam, der Semperoper Dresden, der Deutschen Staatsoper Berlin, der Finnish National Opera, dem Gran Teatre del Liceu Barcelona, an der Münchner Staatsoper und bei den Bayreuther Festspielen. Seit Herbst 2012 unterrichtet Markus Eiche an der Züricher Hochschule der Künste.

 

Rachel Frenkel | Der Komponist

RACHEL FRENKEL wurde in Israel geboren und war nach ihrem Studium Mitglied des Opernstudios der Staatsoper Unter den Linden in Berlin, wo sie unter anderem als Rosina (Il barbiere di Siviglia) zu hören war. 2011 gab sie ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen in Die Frau ohne Schatten und trat im selben Jahr dem Ensemble der Wiener Staatsoper bei, wo sie bislang u.a. Komponist, Siébel, Rosina, Zulma, Cherubino, Angelina und Fenena gesungen hat. Zu weiteren Engagments gehören Komponist an der Hamburgischen Staatsoper, Dorabella und Rosina an der Semperoper, Ramiro beim Glyndebourne Festival, Niklausse/Muse bei den Bregenzer Festspielen, Dryade und Panthalis bei den Festpielen in Baden-Baden, Cherubino beim Edinburgh International Festival, an der Opéra National de Montpellier und an der Lyric Opera of Chicago, Sesto am Théâtre du Capitole Toulouse, Gemma in Dante an der Opéra Royal de Versailles sowie Konzerte mit dem Tonhalleorchester Zürich, dem Orchestre National de Lyon und dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks.

Stephen Gould | Der Tenor (Bacchus)

Zu den Zukunftsprojekten des amerikanischen Heldentenors STEPHEN GOULD zählen Pagliacci in Berlin, Tristan und Isolde in Berlin, London und Zürich, Siegfried und Götterdämmerung in München, Tannhäuser in Budapest, Dresden und Berlin, Fi­delio in Dresden. 2015 bis 2017 wird er in einer Neuproduktion des Ring des Nibelungen in Tokio die Partien Loge, Siegmund und Siegfried verkörpern. 2016 wird er u.a. in der Titelpartie in William Bolkoms McTeague in Linz zu hören sein. In der jüngs­ten Vergangenheit sang er Lohengrin in Hamburg, Dresden und Triest, Siegfried und Götterdämmerung in Amsterdam, Berlin, Bayreuth und New York, Frau ohne Schatten in Buenos Aires, Salzburg und Dresden, Tristan und Isolde in Tokio, Dresden und Berlin, Parsifal in Dresden und Graz, Der fliegende Holländer in Turin, Madrid, New York, München und Palermo, Tannhäuser in Las Palmas, paris, Tokio, Genf und Bayreuth, Peter Gri­mes in Dresden und Genf, Die Liebe der Danae in Dresden, Fidelio in München, Dresden, Tokio und Florenz. 2004 debütierte er als Paul (Tote Stadt) an der Wiener Staatsoper und sang hier auch Erik, Parsifal, Siegfried (Siegfried, Götterdämmerung), Tannhäuser, Bacchus.

Erin Morley | Zerbinetta

Die Sopranistin ERIN MORLEY studierte an der Juilliard School in New York und an der Eastman School of Music; ihren Abschluss machte sie am Juilliard Opera Center im Jahr 2007. Sie ist Preisträgerin mehrerer Wettbewerbe sowie Trägerin von Auszeichnungen. Zu ihren gesungenen Rollen zählen unter anderem Woglinde in Das Rheingold und Götterdämmerung, Waldvogel in Siegfried, Roxana in Król Roger, Constance in Dialogues des Carmélites, Gilda in Rigoletto, Sandrina in La finta giardiniera, Echo in Ariadne auf Naxos und Sophie im Rosenkavalier. Dabei trat sie an Häusern wie der New Yorker Metropolitan Opera, dem Palau de les Arts in Valencia, an der Bayerischen Staatsoper in München, der Opéra de Lille, der Opéra de Dijon, der Santa Fe Opera auf. Sie ist auch als Konzertsängerin erfolgreich und international tätig, so war sie unter anderem in Beethovens Neunter Symphonie, OrffsCarmina Burana oder Brahms Deutschem Requiem zu hören. Auftritte absolvierte sie weites mit dem Cleveland Orchestra unter Franz Welser-Möst in der Carnegie Hall, mit dem Chicago Symphony Orchestra unter Bernard Haitink oder mit dem New York Philharmonic.

Rolle an der Wiener Staatsoper 2014/2015: Sophie, Gilda.

Lise Davidsen | Die Primadonna (Ariadne)

LISE DAVIDSEN studierte Gitarre und später Gesang. Sie schloss ihr Studium im Jahr 2010 an der Grieg Akademie in Bergen, Norwegen ab und vervollkommnete sich an der Königlich Dänischen Musikakademie. Sie gewann eine Anzahl an Wettbewerbspreise (unter anderem Erster Preis, Publikumspreis und Birgit Nilsson Preis beim Operalia Wettbewerb) und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Ihr Operndebüt gab sie als Hund und Eule in Das schlaue Füchslein an der Königlich Dänischen Oper, wo sie auch die Rosalinde in der Fledermaus gestaltete. 2015 sang sie Freia in einer konzertanten Aufführung von Das Rheingold. Weiters sang sie die Ortlinde (Walküre) an der Bayerischen Staatsoper sowie Freia und Dritte Norn in Frankfurt. 2016/2017 sang sie Agathe (Freischütz). An der Zürcher Oper, die Titelpartie in Ariadne auf Naxos beim Glyndebourne Festival und Santuzza (Cavalleria rusticana) an der norwegischen Nationaloper. Weiters sang sie Isabella (Das Liebesverbot) am Teatro Colon in Buenos Aires. Sie ist auch als Konzertsängerin erfolgreich. Aktuelle und zukünftige Engagements umfassen Auftritte am Royal Opera House Covent Garden in London, in Aix en Provence, am Teatro Real.

Vorspiel
Die Livree des reichsten Mannes von Wien ist damit beschäftigt, die Bühne für eine geplante Vorstellung im Palais ihres Herrn herzurichten. Hinter den Kulissen treffen die beiden engagierten Truppen ihre Vorbereitungen: die eine soll das Erstlingswerk eines jungen Komponisten, die Oper Ariadne auf Naxos, zur Wiedergabe bringen, die andere eine Tanzmaskerade in italienischer Buffo-Manier. Schon die gegenseitige Eifersucht zwischen den Mitgliedern der beiden Truppen lässt die Emotionen hochgehen. Wie viel mehr erst die unerwartete und unfassbare angeordnete Programmänderung, die der Hausherr, vertreten durch seinen Haushofmeister, mitteilen lässt: Auf seinen Wunsch hin sollen die beiden Bühnenstücke nicht eines nach dem anderen, sondern gleichzeitig den geladenen Gästen präsentiert werden. Bis ins Tiefste getroffen, möchte der Komponist, dem es um die wahrhafte Umsetzung seiner künstlerischen Weltanschauung geht, seine Schöpfung zurückziehen und auf die erste öffentliche Darbietung verzichten. Doch der praxisorientierte Musiklehrer und vor allem die in allen Verführungskünsten bewanderte Zerbinetta, die den lebensunerfahrenen jungen Komponisten im Nu zu bestricken weiß, erwirken bei ihm einen Sinneswandel: Mit einem emphatische Hymnus auf das Wesen der Musik beugt sich der Komponist der Realität und den Anweisungen des Auftraggebers. Die Oper Ariadne auf Naxos wird somit in der gewünschten Form, mit Einlagen einer italienischen Komödiantentruppe, aufgeführt.

Oper
Vor einer Höhle an den Gestaden der Insel Naxos wartet Ariadne auf den Tod, da sie von Theseus, ihrem Retter und Geliebten, verlassen wurde. Und so hört und achtet sie auf nichts mehr um sie herum: nicht auf die drei Nymphen, nicht auf die Komödianten, die sie aufheitern wollen, auch nicht auf Zerbinetta, die einer halsbrecherischen Arie der Trauernden aus reicher Erfahrung rät, dem Entschwundenen keine Träne nachzuweinen und offen für neue Liebe zu sein.
Da naht aus der Ferne ein strahlender Jüngling, Bacchus, der Gott der ewigen Erneuerung. Er kommt aus den Armen der Zauberin Circe, wo er nicht finden konnte, was er suchte. Ariadne, ihn für den Todesboten haltend, geht ihm entgegen und entbrennt sogleich, ohne es sofort zu merken, in ekstatischer Hingabe, die vom Gott erwidert wird. Durch den jeweils anderen verwandelt und wie neu geschaffen können Ariadne und Bacchus als geradezu mystisch vereintes Paar die Oper beschließen.