Archiv Detail

Zurück zur Übersicht

Fr. 15.09.2017, 19:00 - 22:30 Wien

Wolfgang Amadeus Mozart

Le Nozze di Figaro

Dirigent: Adam Fischer, Regisseur: Jean-Louis Martinoty
Mit: Carlos Álvarez, Dorothea Röschmann, Andrea Carroll, Adam Plachetka, Margarita Gritskova

 
Besetzung
Inhaltsangabe
Galerie
Trailer
  • Wolfgang Amadeus Mozart  |  Musik
  • Adam Fischer  |  Dirigent
  • Jean-Louis Martinoty  |  Regie
  • Hans Schavernoch  |  Bühne
  • Sylvie de Segonzac  |  Kostüme
  • Fabrice Kebour  |  Licht

Adam Fischer | Dirigent

1949 in Budapest geboren, studierte Adam Fischer Komposition und Dirigieren zunächst in Budapest und dann in der Klasse von Hans Swarowsky in Wien. Ein erstes Engagement führte ihn als Korrepetitor an die Oper Graz. Danach wurde er 1. Kapellmeister an der Oper in Helsinki, am Staatstheater Karlsruhe und an der Bayerischen Staatsoper, GMD in Freiburg, in Kassel und Mannheim. 2007-2010 war er Künstlerischer Leiter der Ungarischen Staatsoper. Seit 2006 ist er Künstlerischer Leiter der Budapester Wagner Tage. Er dirigiert regelmäßig an den größten Opernhäusern in Europa und den USA, u. a. an der Met, der Scala, am ROH Covent Garden, in Bayreuth. 1987 war er Mitinitiator der Haydnfestspiele Eisenstadt. Er ist Chefdirigent der Österreichisch-Ungarischen Haydn Philharmonie und des Danish National Chamber Orchestras. Als Konzertdirigent ist er in allen wichtigen Musikzentren präsent. An der Wiener Staatsoper debütierte er 1980 mit Otello und leitete hier eine große Anzahl an Vorstellungen wie Rosenkavalier, Fledermaus, Ring, Fidelio, Cavalleria rusticana, Mozart/Da Ponte-Zyklus, Pagliacci.

 

Adam Plachetka | Figaro

ADAM PLACHETKA erhielt seine Ausbildung am Konservatori­um seiner Heimatstadt Prag. Neben einer Reihe von nationalen Wettbewerben gewann er den Internationalen Antonín Dvorák- Sängerwettbewerb. 2005 debütierte Adam Plachetka am Prager Nationaltheater, wo er unter anderem Masetto (Don Giovan­ni), Publio (La clemenza di Tito), Figaro (Le nozze di Figaro) und Don Giovanni sang. An der Prager Staatsoper war er zum Beispiel als Papageno und Don Basilio (Il barbiere di Siviglia) zu erleben. Engagements führen und führten Adam Plachetka u.a. zu den Salzburger Festspielen, an die Bayerische Staatsoper, nach Glyndebourne, an das Royal Opera House Covent Garden in London, an die Mailänder Scala, nach Baden-Baden und an die Berliner Staatsoper. In den nächsten Monaten stehen die Debüts an der New Yorker Met und an der Lyric Opera Chicago an. Seit 2010/2011 ist Adam Plachetka Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper und sang hier u.a. Schaunard, Basilio, Melisso (Alcina), Masetto, Don Giovanni, Haly (L’italiana in Algeri), Graf Dominik (Arabella), Nozze-Figaro, Guglielmo, Pu­blio, Dulcamara, Hercule (Alceste), Alidoro, Paolo, Harlekin.

Carlos Álvarez | Conte d'Almaviva

KS CARLOS ÁLVAREZ wurde in Málaga geboren und studier­te am Konservatorium seiner Heimatstadt. Sein Sängerdebüt erfolgte 1990. Seither führte ihn seine internationale Karrie­re unter anderem an die Mailänder Scala, an das Royal Opera House Covent Garden in London, nach Paris, Amsterdam, San Francisco, an die Hamburgische und Bayerische Staatsoper, an das Gran Teatre del Liceu in Barcelona, an die Arena di Verona, an die Zürcher Oper, an das Opernhaus Bonn, nach Brüssel, Valencia, zu den Salzburger Festspielen und an die New Yorker Metropolitan Opera. An der Wiener Staatsoper debütierte er 1995 als Figaro (Il barbiere di Siviglia). Weitere Rollen im Haus am Ring waren unter anderem Giorgio Germont (La travi­ata), Sir Riccardo Forth (I puritani), Posa (Don Carlo), Sulpice (La Fille du régiment), Carlo Gérard (Andrea Chénier), Don Carlo (Ernani), Don Carlos (La forza del destino), Stankar (Stiffelio), Herzog von Nottingham (Roberto Devereux), Alphonse XI. (La Favorite), Escamillo (Carmen), Ford (Falstaff) sowie die Titelpartien in Don Giovanni und Le nozze di Figaro. 2007 wurde der international oft ausgezeichnete Carlos Álvarez zum Österreichischen Kam­mersänger ernannt. 

 

Dorothea Röschmann | Contessa d'Almaviva

Dorothea Röschmann wurde in Flensburg geboren und debütierte 1995 erfolgreich bei den Salzburger Festspielen als Susanna (Le nozze di Figaro). In Salzburg sang sie seither auch Donna Elvira, Contessa d’Almaviva, Ilia, Servilia, Nannetta, Pamina und Vitellia. An der New Yorker Met war sie als Susanna, Pamina, Elvira und Ilia zu hören, am ROH Covent Garden u. a. als Pamina, Fiordiligi, Contessa d’Almaviva, an der Mailänder Scala als Contessa und Donna Elvira. Letztere Partie sang sie auch in Moskau. An der Bayerischen Staatsoper verkörperte sie Zerlina, Susanna, Ännchen, Marzelline, Anne Trulove und Rodelinda. Sie ist weiters eng verbunden mit der Staatsoper Berlin, wo sie Rollen wie Ännchen, Nannetta, Eva, Elsa, Pamina, Fiordiligi, Susanna, Zerlina, Micäela, Donna Elvira and die Contessa sang. Am Théatre La Monnaie in Brüssel interpretierte sie Norina, an der Pariser Opéra Bastille die Contessa und Pamina. Zuletzt sang sie die Marschallin an der Berliner Staatsoper und die Contessa in Los Angeles. Dorothea Röschmann ist auch als Liedinterpretin gefragt. An der Wiener Staatsoper debütierte sie 2003 als Susanna und sang hier seither auch die Contessa.



Andrea Carroll | Susanna

ANDREA CARROLL studierte an der Manhatten School of Music. Sie ist mehrfache Preisträgerin (unter anderem Houston Grand Opera’s Eleanor McCollum Competition, Metropolitan Opera National Council Audition) und erhielt
Stipendien wie etwa von der Shoshana Foundation oder der William Matheus Sullivan Foundation. Zuletzt war sie zwei Jahre lang Mitglied des Houston Grand Opera Studio. Sie sang dort Rollen wie Musetta in La Bohème, Adele in Die
Fledermaus
, Anne Egerman in A Little Night Music, Woglinde in Das Rheingold. An der Utah Opera sang sie Susanna in Le nozze di Figaro und Leila in Les pêcheurs de perles. An der Wolf Trap Opera gestatete sie Corinna in Il viaggio a Reimsund Zerlina in Don Giovanni, an der Glimmerglass Opera war sie die Julie Jordan in Carousel und die Rose Segal in Later the Same Evening. Weiters sang sie an der Washington National Opera die Rosalba in Florencia en el Amazonas; an der Opera Santa Barbara die Gilda in Rigoletto; an der Seattle Opera Echo in Ariadne auf Naxos. Ab September 2015 ist sie Ensemblemitglied an der Wiener Staatsoper.

Margarita Gritskova | Cherubino

MARGARITA GRITSKOVA wurde 1987 in St. Petersburg gebo­ren. Sie lernte neben Gesang auch Klavier in ihrer Heimat­stadt, später studierte sie am St. Petersburger Konservatori­um. Sie ist Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe, u. a. beim Luciano Pavarotti-Wettbewerb in Modena und beim Concurso Internacional de Canto Villa de Colmenar in Spanien. 2010 war sie Finalistin beim Operalia-Wettbewerb. Margerita Gritskova war u. a. als Carmen unter der Leitung von Mariss Jansons in St. Petersburg zu hören; darüber hinaus sang sie beim Festival de Ópera de Tenerife in Salome und gestaltete Cherubino beim Sommerfestival in St. Moritz, Rosina an der Ungarischen Staatsoper, Olga an der Opera de Quebec. 2009/2010 wurde Mar­garita Gritskova Ensemblemitglied am Nationaltheater Weimar, wo sie Partien wie Cherubino, Flora, Maddalena, Ottone, Bradamante, Marthe, Carmen und Olga übernahm. An der Wiener Staatsoper, deren Ensemblemitglied sie ist, debütierte sie 2012 als Tebaldo (Don Carlo) und sang hier seither u. a. noch Fjodor, Cherubino (Japan-Gastspiel der Wiener Staatsoper), Dry­ade, Tisbe, Bersi, Rosina, Dorabella, Angelina. 

 

Portrait Margarita Gritskova

1. Akt
Figaro, der gewandte Diener des Grafen Almaviva, ist mit Susanna, der Zofe der Gräfin Almaviva verlobt. Das für die beiden vom Grafen angewiesene Zimmer wird ausgemessen. Die Nähe zu den gräflichen Gemächern scheint Figaro ein Vorteil, doch wird er von Susanna belehrt, dass diese Nähe auch ihre Gefahren habe. Denn der Graf habe zwar auf das alte Herrenrecht, das Jus primae noctis, verzichtet, nicht aber auf Figaros Susanna. Und noch andere Gefahren bedrohen Figaro, ohne dass er es ahnt: Marcellina, Haushälterin im Schloss des Grafen, hat seinerzeit Figaro Geld geliehen gegen ein von diesem längst vergessenes Heiratsversprechen; sie denkt nun daran, den Wechsel zu präsentieren. Ihr Berater, Dr. Bartolo, wird diese Forderung mit dem nöti­gen Nachdruck — und nicht ohne seinerseits eine Rechnung für erduldete Streiche vorzu­weisen — einbringen. Die Antipathie zwischen Susanna und Marcellina bedürfte allerdings kaum so konkreter Ursachen: Sie äußert sich schon bei bloßen Fragen der Etikette. Der Page Cherubino überrascht Susanna. Er bittet sie um Fürsprache bei der von ihm so hoch verehrten Gräfin, damit sie den Grafen beschwichtige, der ihn bei einer Liebelei mit der Gärtnerstochter Barbarina entdeckt hat. Der unvermutete Eintritt des Grafen lässt den Pagen hinter einem Fauteuil Deckung suchen. Kaum hat der Graf der hübschen Zofe Susanna die ersten Avancen gemacht, wird er selbst durch den Eintritt des Musikmeisters Basilio überrascht. Während er sich hinter dem Fauteuil verbirgt, gleitet Cherubino in den Fauteuil und deckt sich dort mit einem Tuch zu. Lang duldet es den Grafen freilich nicht in seinem Versteck: Als er aus dem Munde des intriganten Musikmeisters hört, dass der Page seiner Gemahlin nachstellt, tritt er hervor. Ja, der Page! Erst neulich habe er ihn bei Barbarina erwischt! Cherubinos Unglück will es, dass er nun auch hier entdeckt wird. Die Strafe ist fürchterlich: Er erhält ein Offizierspatent und muss sofort zur Truppe abreisen. Für die allzu nachdrückliche Art, in welcher das Volk den Grafen als Schützer der Unschuld feiert, revanchiert er sich, indem er zunächst noch die feierliche Überreichung des Brautschleiers an Susanna verweigert.

2. Akt 
Die Untreue des Gatten lastet schwer auf dem Gemüt der Gräfin. Hoffnung bringen ihr Su­sanna und Figaro. Sein Plan: Ein gefälschtes Briefchen, das man dem Grafen in die Hände spielen wolle, solle ihn auf ein heimliches Stelldichein seiner Frau aufmerksam machen; an ihrer Stelle würde er aber nur den als Mädchen verkleideten, noch nicht abgereisten Cherubino finden. Der Page, bis über beide Ohren in die Gräfin verliebt, zeigt sich zur Verkleidung willig und geschickt. Doch da pocht es an der Tür: Der Brief hatte eine andere als die gewünschte Wirkung — der Graf will die Gattin sofort zur Rede stellen und dringt in ihr Zimmer ein. Cherubino schlüpft in das Kabinett, Susanna versteckt sich. Der Graf verlangt, dass die Tür geöffnet werde. Die Weigerung der Gräfin ist ihm Anlass genug, die Tür aufzubrechen. Er geht, um entsprechendes Werkzeug zu holen und zwingt die Gräfin, ihn zu begleiten. Diese Frist nützt Cherubino, um sich mit Susannas Hilfe durch einen kühnen Sprung aus dem Fenster zu retten. Graf und Gräfin kehren zurück. Bevor es zum Äußersten kommt, gesteht die Gräfin die geplante Intrige — doch aus dem Kabinett tritt nicht Cherubino, sondern Susanna hervor. Der Graf scheint blamiert und bittet um Verzeihung. Da tritt zur Unzeit Figaro ein. Er wird vom Grafen wegen des Briefes befragt, streitet aber alles ab. Schließlich erscheint noch der Gärtner, der behauptet, jemand sei aus dem Fenster gesprungen. Des Grafen Verdacht erwacht aufs Neue, zumal der Flüchtling ein Papier verlor, das vom Gärtner aufgelesen wurde. Um die Situation zu retten, nimmt Figaro alles auf sich: Er selbst sei auf der Flucht vor dem Grafen zum Fenster hinausgesprungen, weil er wegen des Briefes ein schlechtes Gewissen hatte. Was er dabei verloren habe? Der Gräfin und Susanna gelingt es, ihm heimlich die richtige Antwort zu übermitteln: Es sei das Offizierspatent des Pagen und es fehle darauf das Siegel, weswegen Figaro es übernommen habe, um diesen Formfehler beseitigen zu lassen. Der Graf gibt sich geschlagen. Schon aber erscheinen Marcellina, Bartolo und Basilia, um ihre Forderung gegen Figaro geltend zu machen. Der Graf, froh, eine Gelegenheit zur Verschiebung der Hochzeit seines Kammerdieners gefunden zu haben, verspricht gerichtliche Untersuchung.

3. Akt 
Die Gräfin und Susanna haben einen neuen Plan ausgeheckt. Sie werden am Abend die Kleider tauschen, die Gräfin wird dann an Susannas Stelle zum Rendezvous mit dem Grafen kommen. Sie verspricht sich davon die Besinnung ihres Gatten, Susanna den günstigen Ausgang des Prozesses zwischen Figaro und Marcellina. Zunächst muss der Graf zum Rendezvous gewonnen werden: Dies gelingt Susanna mit geringer Mühe. Ihren Erfolg macht sie aber gleich wieder durch ein unbedachtes, vom Grafen belauschtes Wort des Triumphes an Figaro zunichte. Der Graf ahnt, warum sich Su­sanna entgegenkommend zeigte, will daher den Urteilsspruch anders ausfallen lassen, als sie es erhofft! Der Richter Don Curzio ist ein willfähriges Instrument der gräflichen Wünsche. Doch da geschieht etwas Unvorherge­sehenes: Es stellt sich heraus, dass Marcellina und Bartolo die Eltern Figaros sind. Jetzt haben die beiden gegen Susanna nichts mehr einzuwenden. Die Liebe zu ihrem Gemahl lässt die Gräfin an ihrem Plan festhalten. Eine neuerliche Einladung durch Susanna ist nötig, das Briefchen wird von ihr nach dem Diktat der Gräfin geschrie­ben und mit einer Nadel verschlossen. Als Zeichen des Einverständnisses soll diese Nadel zurückgegeben werden. Barbarina, die Gärtnerstochter, und andere Mädchen bringen der Gräfin Blumen. Cherubino hat sich in Frauenkleidern unter sie gemischt. Der Graf findet ihn so. Barbarina kennt aber das Mittel, den Grafen von jeder weiteren Verfolgung Abstand nehmen zu lassen; ein Wort von ihr genügt … Ein Fest wird gegeben, der Graf muss, übelgelaunt, in die Verbindung Susannas und Figaros einwilligen. Seine Laune bessert sich allerdings, als er von Susanna das Billett zugesteckt erhält. Das Briefchen in seiner Hand bleibt übrigens nicht unbemerkt, ebensowenig wie die Tatsache, dass der Graf sich an der Nadel ritzt: Figaro ahnt, dass irgendeine Schöne den Grafen zum Rendezvous einlädt.

4. Akt 
Barbarina sucht die Nadel, die sie im Auftrag des Grafen Susanna zurückbringen soll. Figaro überrascht sie dabei; ahnungslos erzählt sie ihm, von wem das Briefchen kam. Nun hält Figaro Susannas Untreue für erwiesen. Er wird ihr im finsteren Garten auflauern. Susanna erscheint in den Kleidern der Gräfin, ihre Gedanken gelten dem Geliebten. Im finsteren Park sind aber noch andere Nachtschwärmer unterwegs. Die Gräfin, in Susannas Kleidern, wird vom Pagen Cherubino bedrängt, der aber vom Grafen verjagt wird. Nach diesem Sieg lädt der Graf die vermeintliche Susanna in eine Laube ein. Figaro ist entsetzt, aber nicht lange: Diejenige, die er für die Gräfin hielt, erkennt er an der Stimme als seine Susanna! Doch spielt er die Komödie zunächst noch mit, übertreibt sie sogar, indem er sich der „Frau Gräfin“ zu Füßen wirft. Prompt erhält er eine Ohrfeige. Dann aber wird zwischen den beiden Frieden gemacht. Die Täuschung wird nun noch einmal für den Grafen wiederholt, der auch, ungeachtet dessen, dass er selbst auf Schleichwegen der Liebe geht, die vermeintliche Verfehlung seiner Gattin rächen zu müssen glaubt. Er ruft nach Waffen, nach Leuten, er will seine Gattin kompromittieren. Aus der Laube zerrt er Barbarina und Cherubino heraus, dann die verkleidete Susanna — und kommt erst zur Räson, als die Gräfin in Susannas Kleidern erscheint und sich zu erkennen gibt. Jetzt erkennt der Graf sein Unrecht und bittet um Vergebung, die ihm auch gewährt wird. Der Vermählung von Figaro und Susanna steht nun, am Ende dieses tollen Tages, nichts mehr im Wege.