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Mi. 21.06.2017, 18:00 - 21:45 Wien

Giuseppe Verdi

Don Carlo (ital.)

Dirigent: Myung-Whun Chung | Regie: Daniele Abbado | Mit: Ferruccio Furlanetto, Ramón Vargas, Plácido Domingo, Krassimira Stoyanova, Elena Zhidkova

 
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Besetzung
Inhaltsangabe
Galerie
Trailer
  • Giuseppe Verdi  |  Musik
  • Daniele Abbado  |  Regie
  • Graziano Gregori  |  Bühnenkonzeption
  • Angelo Linzalata  |  Bühne
  • Carla Teti  |  Kostüme
  • Alessandro Carletti  |  Licht
  • Boris Stetka  |  Regiemitarbeit
  • Simona Bucci  |  Choreographie
  • Myung-Whun Chung  |  Dirigent

Myung-Whun Chung | Dirigent

Myung-Whun Chung begann seine musikalische Laufbahn als Pianist. 1979 wurde er nach einem Dirigierstudium in New York Assistent von Carlo Maria Giulini. 1984-1990 war er Musikdirektor des Radio-Symphonie-Orchesters in Saarbrücken, 1987-1992 1. Gastdirigent am Teatro Comunale in Florenz, 1989-1994 Musikdirektor der Opéra Bastille. 2000 kam er als Musikdirektor des Orchestre Philharmonique de Radio France zurück nach Paris.1997-2005 war er der 1. Gastdirigent des Orchesters von Santa Cecilia in Rom. 2012/2013 wurde er 1. Gastdirigent der Staatskapelle Dresden. Außerhalb von Europa war er u. a. Music Advisor des Tokyo Philharmonic Orchestra und ist seit 2006 Music des Seoul Philharmonic Orchestra. Myung-Whun Chung leitete die wichtigsten Klangköroer der Welt (u. a. Wiener und Berliner Philharmoniker, Concertgebouworkest, New York Philharmonic, Cleveland Orchestra, Philadelphia Orchestra, Orchesdter des Bayerischen Rundfunks, Boston und Chicago Symphony Orchestra). Er ist u. a. Commandeur dans l'ordre des Arts et des Lettres, 2008 wurde er Goodwill Ambassador von UNICEF. An der Wiener Staatsoper debütierte er 2011 mit Simon Boccanegra.

 

Ferruccio Furlanetto | Philipp II.

KS FERRUCCIO FURLANETTO stammt aus der Nähe von Tre­viso, studierte Landwirtschaft und entschloss sich erst mit 22 Jahren zu einem Gesangsstudium. 1974 debütierte er in Triest als Colline (La Bohème), 1979 an der Scala in Macbeth, im Jahr darauf als Großinquisitor (Don Carlo) an der Met. Seither arbei­tet er mit den bedeutendsten Dirigenten zusammen. Auftritte führen ihn an alle wichtigen Bühnen, wie die Scala, das ROH Covent Garden, die Met, nach Rom, Paris, San Diego, Florenz, Los Angeles, Buenos Aires, Tokio, St. Petersburg, Moskau, zu den Salzburger Festspielen. 1985 debütierte er an der Wiener Staatsoper als Figaro (Le nozze di Figa­ro) und sang hier seither u. a. Basilio (Barbiere di Siviglia), Alfonso (Così fan tutte), Giovanni, Sidney (Il viaggio a Reims), Padre Guardiano (Forza del destino), Phanuel (Hérodiade), Mus­tafà (L’italiana in Algeri), Sparafucile (Rigoletto), Philipp II., Boris Godunow, Colline, Procida (Vespri siciliani), Silva (Ernani), Zaccaria und Fiesco (Simon Boccanegra). 2001 wurde er Ös­terreichischer Kammersänger, 2007 Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper. 2005 wirkte er beim Festkonzert 50 Jahre Wiedereröffnung Wiener Staatsoper mit. 
 

Ramón Vargas | Don Carlo

KS Ramón Vargas stammt aus Mexiko. Er war Preisträger zahlreicher Wettbewerbe und debütierte in seiner Heimatstadt als Fenton (Falstaff), sang dort aber auch Don Ottavio (Don Giovanni), Nemorino (L’elisir d’amore) und Conte d’Almaviva (Il barbiere di Siviglia). 1986 gewann Ramón Vargas den Enrico Caruso- Wettbewerb in Mailand und wurde ins Opernstudio der Wiener Staatsoper aufgenommen. Gefeierte Auftritte folgten an Bühnen wie in Zürich, Rom, Neapel, Catania, beim Rossini-Festival in Pesaro, an der Arena von Verona, in Mailand, Paris, München, Hamburg, New York, Chicago und San Francisco. An der Wiener Staatsoper debütierte er 1988 als Gelsomino (Il viaggio a Reims). Es folgten u. a. Italienischer Tenor (Capriccio), Conte d’Almaviva, Fenton, Rodolfo (La Bohème), Edgardo (Lucia di Lammermoor), Nemorino, Roberto Devereux, Lenski (Eugen Onegin), Fernand (La Favorite), Chevalier Des Grieux (in Jules Massenets Manon), Werther, Gustaf III. (Un ballo in maschera), Roméo (Roméo et Juliette), Don Carlos (in der französischen Originalfassung), Gabriele Adorno (Simon Boccanegra). 2008 wurde Ramón Vargas der Titel eines Österreichischen Kammersängers verliehen.

Plácido Domingo | Rodrigo

KS PLÁCIDO DOMINGO ist einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts und setzt seit Jahrzehnten internationale Inter­pretationsmaßstäbe. Sein Gesangsrepertoire, das er zuletzt um Partien wie Simon Boccanegra und Rigoletto erweiterte, umfasst 134 verschiedene Rollen – eine Anzahl, die bislang von keinem Tenor je erreicht worden ist. Als Dirigent leitete Plácido Domin­go weltweit über 450 Opern- und Konzertaufführungen. Auch als Operndirektor (Los Angeles Opera und Washington National Opera) machte er sich einen Namen. An der Wiener Staatsoper – deren Ehrenmitglied er ist – trat er seit seinem Debüt 1967 (Don Carlo) an mehr als 220 Aben­den auf (davon 34 Mal als Dirigent). Er sang hier u. a. Radames, Don José, Don Carlo, Gustaf III., Stiffelio, Otello, Canio, Rigoletto-Herzog, Cavaradossi, Manrico, Siegmund, Idomeneo, Lohen­grin, Rodolfo, Dick Johnson, Hoffmann, Turiddu, Faust, Loris, Samson, Enzo Grimaldo, Parsifal, Hermann, Simon Boccanegra. Außerdem dirigierte Plácido Domingo am Haus am Ring bislang Vorstellungen von Aida, Carmen, Die Fledermaus, Macbeth, I puritani, Tosca, La traviata, Il trovatore, Nabucco, Madama Butterfly.

Alexandru Moisiuc | Der Großinquisitor

ALEXANDRU MOISIUC was born in Bucharest and completed his violin studies at the Enescu University of Music. In 1980 he began his opera singing studies at the Porumbescu Music Academy. In 1984 he made his debut at the Bucharest National Opera in Werther, where he was engaged as soloist. In 1991 he was engaged at the Wiener Kammeroper as Don Giovanni, and went on a tour to Japan and South Korea with the Kammeroper. In 1992 he became 1st soloist at the National Opera in Temesvar, two years later his collaboration with the Wiener Staatsoper began, where he has been a soloist ever since. In 1990 he started working as singing teacher at the Bucharest Music Academy. Performances have led the artist to La Scala in Milan, the Semperoper, the Alte Oper Frankfurt, the Palais des Beaux-Artes in Brussels, the Herodes Atticus in Athens. His repertoire includes more than 50 of the most important roles of his fach, spanning four centuries and ranging from Monteverdi to Schönberg. 
 

Krassimira Stoyanova | Elisabeth von Valois

KS KRASSIMIRA STOYANOVA wurde in Bulgarien geboren und studierte Gesang und Violine. 1995 debütierte sie an der Opera National de Sofia. Ihre internationale Karriere begann sie an der Wiener Staatsoper. Auch heute noch ist sie regelmäßiger Gast des Hauses, das ihr 2009 den Titel einer Kammersängerin verlieh. Ihre Karriere führte sie an wichtige internationale Opern- und Konzerthäuser: u. a. New Yorker Met, ROH Covent Garden, Hamburgische Staatsoper, Bayerische Staatsoper, Carnegie Hall, Ravenna Festival, Opernhaus Zürich, Teatro Liceu Barcelona, Musikverein Wien, Salzburger Festspiele. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Myung-Whun Chung, Sir Colin Davis, Christoph Eschenbach, Vladimir Fedosejev, Daniele Gatti, Bernard Haitink, Mariss Jansons, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Kent Nagano, Seiji Ozawa, Georges Prêtre, Christian Thielemann, Franz Welser-Möst. Ihre Solo-CD-Aufnahmen I palpiti d'amor und Slavic Opera Arias wurden mit Preisen ausgezeichnet. Bisherige Partien an der Wiener Staatsoper: u. a. Alice Ford, Mimì, Antonia, Liù, Rachel, Contessa d’Almaviva, Nedda, Violetta, Amelia, Desdemona, Anna (Le villi) Elisabetta (Don Carlo ital.), Ariadne.
 

Elena Zhidkova | Prinzessin Eboli

Die Mezzosopranistin ELENA ZHIDKOVA hatte ihr erstes Engagement an der Deutschen Oper Berlin. Sie gastierte als Flosshilde und Schwertleite bei den Bayreuther Festspielen. Claudio Abbado lud sie für die konzertante Aufführung von Parsifal, für Schumanns Faustszenen sowie für sein Abschiedskonzert an die Berliner Philharmonie ein. Mit Nikolaus Harnoncourt war sie in Händels Jephta dort erneut zu erleben. 

Am Teatro Real Madrid debütierte sie als Waltraute (Götterdämmerung) und als Brangäne in Tristan und Isolde. Als vielgefragter Gast sang sie am New National Theatre Tokio unter anderem Octavian (Rosenkavalier), Fricka (Ring des Nibelungen) und Brangäne (Tristan und Isolde). In der Leipziger Neuproduktion von Rienzi sang sie den Adriano. Sie feierte als Judith (Herzog Blaubarts Burg) einen großen Erfolg bei der Premiere an der Mailänder Scala, und mit derselben Partie gastierte sie an der Barbican Hall London mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Valéry Gergiev, wovon auch ein Live-Mitschnitt als CD herausgegeben wurde. 

Für ihre Interpretation der Judith (Herzog Blaubarts Burg) am Marinskij-Theater wurde ihr die „Goldene Maske“ verliehen. In dieser Partie gastierte sie auch unter Seiji Ozawas Leitung beim „Saito Kinen Festival“. Die Fricka (Ring des Nibelungen) interpretierte sie an der Deutschen Oper Berlin sowie in der Genfer Neuproduktion der Tetralogie. Als Tannhäuser-Venus war sie in Frankfurt, Budapest und Düsseldorf zu erleben, sowie an der Dresdner Semperoper und unter der musikalischen Leitung von Gustavo Dudamel. Sie sang Marie (Wozzeck) mit dem BBC Orchestra unter Donald Runnicles. Als Kundry (Parsifal) trat sie in Lyon, Frankfurt, Mannheim und Düsseldorf auf. Ihre jüngsten Erfolge waren La Principessa di Bouillon (Adriana Lecouvreur) an der Wiener Staatsoper, Charlotte (Werther) unter Michel Plasson sowie ihr Debüt als Ortrud (Lohengrin). Zuletzt feierte sie einen großen Erfolg als Didon in Berlioz’ Les Troyens an der Hamburgischen Staatsoper, wo sie auch als Eboli in Verdis Don Carlos debütierte.

Im Kloster von San Yuste legte Kaiser Karl V., der mächtigste Herrscher der Welt, einst die Insignien seiner Macht nieder, um, verborgen vor der Welt, sein Leben in der Einsamkeit geistlicher Meditation zu beschließen. 1. Akt Don Carlo gedenkt im Kloster von San Yuste der glücklichen Stunden, die er in Fontainebleau mit Elisabeth, der ihm verlobten Braut, verbrachte, die nun als Gemahlin seines Vaters seine Stiefmutter und Königin ist. Der Marquis von Posa, eben aus den flandrischen Provinzen zurückgekehrt, findet seinen Jugendfreund in tiefer Verzweiflung. Er überzeugt ihn von seiner Pflicht, als Retter des bedrohten Volkes nach Flandern zu gehen. Philipp und Elisabeth betreten das Kloster, um am Grabmal des vermeintlich gestorbenen Kaisers zu beten. In einem Garten unweit des Klosters unterhält die Prinzessin Eboli das Gefolge der Hofdamen durch ein maurisches Lied. Als die Königin erscheint, wird ihr der Marquis von Posa gemeldet. Dem Marquis gelingt es im Gespräch, der Königin heimlich eine Nachricht von Carlo zu überreichen und für ihn um Audienz zu bitten. Prinzessin Eboli hofft auf die Liebe des Infanten. Allein mit der Königin kann Carlo seine leidenschaftlichen Gefühle nicht länger verbergen. Elisabeth, die den Prinzen immer noch liebt, sich ihrer Pflicht als Königin jedoch bewusst ist, fleht den Verzweifelten an, auf die Erfüllung seiner Liebe zu verzichten. Als der König überraschend auftritt und seine Gemahlin allein und ohne Begleitung findet, weist er die Gräfin von Aremberg vom Hofe. Elisabeth verabschiedet sich in schmerzlicher Rührung von der Verbannten und gibt ihr wehmütige Grüße an die verlassene Heimat mit auf den Weg. Beschämt bleibt der König zurück. Posa nützt die Gelegenheit, dem Herrscher das Elend des flandrischen Volkes zu schildern. Philipp, der an der mutigen Sprache des Maltesers Gefallen findet, beschließt, diesen als seinen Vertrauten in seine Nähe zu ziehen, warnt ihn jedoch vor der Macht der Inquisition. 2. Akt Im königlichen Park von Madrid wartet Don Carlo auf die Schreiberin eines Briefes, in welcher er die Königin vermutet. Als die Verschleierte naht, bestürmt er sie mit Liebeserklärungen und muss zu spät erkennen, dass er der Prinzessin Eboli sein Geheimnis verraten hat. Posa, der hinzutritt, will die gefährliche Mitwisserin zum Schweigen bringen, doch Carlo fällt ihm in den Arm. Die in ihrem Stolz gekränkte Prinzessin schwört Rache. Der Marquis überredet den Freund, alle ihn gefährdenden Briefe in seine Verwahrung zu geben. Vor der Kathedrale von Madrid hat sich eine große Menschenmenge versammelt, um der öffentlichen Hinrichtung der von der Inquisition verurteilten Ketzer beizuwohnen. An der Spitze einer flandrischen Deputation tritt Don Carlo dem König entgegen, um von ihm die Regentschaft in den unterjochten Provinzen zu fordern. Als der König mit höhnischen Worten dieses Ansinnen zurückweist, zieht der vom Zorn übermannte Prinz seinen Degen. Keiner der Großen des Reiches kommt dem bedrohten Herrscher zu Hilfe, da entwaffnet Posa den Freund und wird darauf von Philipp zum Herzog erhoben. Das Autodafé nimmt seinen Fortgang. Die Flammen des Scheiterhaufens lodern empor, während eine tröstende Stimme vom Himmel den unglücklichen Opfern ewigen Frieden verheißt. 3. Akt Allein bei Nacht in seinem Kabinett beklagt der ungeliebte, alternde König die Einsamkeit und Bürde seines Amtes. Im Zwiespalt seines Gewissens sucht er Rat bei dem blinden Großinquisitor. Dieser bestärkt ihn in der Absicht, den Aufruhr des Infanten mit der äußersten Härte zu bestrafen, fordert aber seinerseits das Leben des Marquis von Posa, den er der Freigeisterei verdächtigt. Philipp wehrt sich vergebens, er muss sich der Macht der Kirche unterwerfen. Die Königin führt lebhafte Beschwerde bei ihrem Gemahl über die Entwendung ihrer Schmuckschatulle und findet diese auf dem Schreibtisch des Königs. Als Philipp die Schatulle öffnet und das Portrait des Infanten darin entdeckt, bezichtigt er die Gattin des Ehebruchs. Um der in Ohnmacht Niedergesunkenen beizustehen, eilen die Prinzessin von Eboli und der Marquis von Posa herbei. Allein mit der Königin gesteht die Prinzessin ihren Verrat an Carlo und ihre heimliche Liaison mit dem König. Sie wird von der tief gekränkten Elisabeth in ein Kloster verbannt. Posa sucht den gefangenen Infanten im Kerker auf um ihm seine Handlungen zu erklären und von ihm Abschied zu nehmen. Mit Hilfe der ihm überlassenen Briefe hat er jeden Verdacht der Konspiration mit Flandern von Carlo aufsich gelenkt, um dem Freund die Möglichkeit zu geben, als künftiger König den unterdrückten Völkern einst zu ihrem Lebensrecht zu verhelfen. Ein Schuss aus dem Hinterhalt trifft den Marquis in den Rücken, sterbend verweist er den Freund an die Königin, die den Wunsch hat, Carlo ein letztesmal zu sehen. Der König betritt den Kerker, um seinem Sohn den Degen zurückzugeben. Carlo weist ihn als den Mörder seines Freundes von sich. Das empörte Volk fordert die Befreiung des Infanten. Als es sich rebellierend gegen den König wendet, legt sich der greise Großinquisitor ins Mittel. Vor seiner Drohung sinkt das Volk in die Knie. 4. Akt Im Kloster von San Yuste erwartet die Königin den Infanten, der sich zum Aufbruch nach Flandern bereitet hat, um ihm ein letztes Lebewohl zu sagen. Die beiden Liebenden bekennen sich zur schmerzlichen Entsagung ihres irdischen Glücks. Der König und der Großinquisitor treten hinzu. Als die Schergen der Inquisition Hand an den Prinzen legen wollen, schützt ihn der geheimnisvolle Mönch, dessen Stimme an die des abgeschiedenen Kaisers gemahnt. Er entzieht Don Carlo den Händen der irdischen Mächte.

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