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Do. 11.08.2016, 19:30 - 22:30 Wien

Giuseppe Verdi

Simon Boccanegra

+++ Wiederholung des Livestreams vom 4. Juni 2016 +++ Dirigent: Marco Armiliato | Regie: Peter Stein | Mit: Dmitri Hvorostovsky, Ferruccio Furlanetto, Francesco Meli, Barbara Frittoli

 
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Inhaltsangabe
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Carlos Osuna | Hauptmann

CARLOS OSUNA was born in Mazatlán (Mexico) and studied vocal arts in his home country and at the Cardiff International Academy of Voice. In 2009 he became member of the opera studio of the Basel Theatre and took master classes with Grace Bumbry and Francisco Araiza as well as with Mirella Freni, Kiri Te Kanawa, Ileana Cotrubas, José Carreras and Sherril Milnes. The tenor for example received invitations to the Verbier Festival, the Welsh National Opera, the Opéra National de Lorraine in Nancy, the Festival Internacional de Santander. He celebrated great triumphs as (excerpt) Nemorino, Rodolfo, Pinkerton, in the title role Werther, as Beppe in Pagliacci and in Aus einem Totenhaus. Furthermore, Carlos Osuna is also very successful on the world´s concert stages. At the Wiener Staatsoper he for example sang Abdallo (Nabucco), Hauptmann (Simon Boccanegra), Gaston (La traviata), Aladdin (Aladdin und die Wunder­lampe, Kinderoper), Der große Sträfling (Aus einem Totenhaus), Beppe, Tebaldo (I vespri siciliani), Scaramuccio, (Ariadne auf Naxos), Narraboth (Salome), Hirt (Tristan und Isolde), Sir Hervey (Anna Bolena).

 

 

Marco Armiliato | Dirigent

MARCO ARMILIATO studierte Klavier am Paganini-Konservatorium seiner Heimatstadt Genua. In den 90er Jahren begann eine rege Tätigkeit an den großen Opernhäusern der Welt. So dirigierte er an der New Yorker Met Il trovatore, La Bohème, Stiffelio, Madama Butterfly, Sly, Aida, Turandot, La Fille du régiment und Rigoletto, an der San Francisco Opera La Bohème, Turandot, La traviata, Tosca, Aida und Cavalleria rusticana, an der Wiener Staatsoper, an der er am 2. November 1996 mit Andrea Chénier debütierte, u. a. Il barbiere di Siviglia, Cavalleria rusticana, Pagliacci, Fedora, Stiffelio, Tosca, La traviata, Turandot, Manon Lescaut, Carmen, Werther, La Bohème, Simon Boccanegra, Falstaff, Don Carlo, La forza del destino. Weitere internationale Engagements erhielt er an die Opernhäuser von Barcelona, Madrid, Toronto, Pittsburgh, Baltimore, Turin, Rom, an die Deutsche Oper Berlin, die Bayerische Staatsoper München, an das Londoner Royal Opera House Covent Garden, an das Théâtre du Châtelet und die Opéra Bastille in Paris und die Hamburgische Staatsoper. Marco Armiliato ist international auch als Konzertdirigent höchst erfolgreich.

Dmitri Hvorostovsky | Simon Boccanegra

DMITRI HVOROSTOVSKY wurde in Krasnoyarsk, Sibirien, ge­boren. 1989 gewann er den bedeutenden Cardiff Singer of the World Wettbewerb. Seit seinem viel beachteten Debüt als Jeletz­ki an der Oper in Nizza führt und führte ihn seine Karriere an die wichtigsten internationalen Bühnen der Welt, wie zum Beispiel an die New Yorker Met, an das ROH Covent Garden, an die Bay­erische Staatsoper, die Pariser Oper, die Scala, nach Moskau, an die Chicago Lyric Opera, das Liceu in Barcelona, die Suntory Hall in Tokio, zu den Salzburger Festspielen, nach Australien sowie Südamerika. Zahlreiche zeitgenössische Komponisten schreiben Werke für Dmitri Hvorostovsky. Zu seinen wichtigsten Rollen zählen unter anderem Graf Luna (Il trovatore), Posa (Don Carlo), die Titelrolle in Rigoletto, Renato (Un ballo in maschera), die Titelrolle in Simon Boccanegra, Jeletzki und die Titelrolle in Eugen Onegin. An der Wiener Staatsoper debütierte er 1994 als Sir Riccardo (I puritani) und sang hier seither auch noch Figaro (Il barbiere di Siviglia), Posa, Rigoletto, Jeletzki, Jago, Giorgio Germont (La traviata) sowie die Titelrollen in Eugen Onegin und Simon Boccanegra. 

Ferruccio Furlanetto | Fiesco

KS FERRUCCIO FURLANETTO stammt aus der Nähe von Tre­viso, studierte Landwirtschaft und entschloss sich erst mit 22 Jahren zu einem Gesangsstudium. 1974 debütierte er in Triest als Colline (La Bohème), 1979 an der Scala in Macbeth, im Jahr darauf als Großinquisitor (Don Carlo) an der Met. Seither arbei­tet er mit den bedeutendsten Dirigenten zusammen. Auftritte führen ihn an alle wichtigen Bühnen, wie die Scala, das ROH Covent Garden, die Met, nach Rom, Paris, San Diego, Florenz, Los Angeles, Buenos Aires, Tokio, St. Petersburg, Moskau, zu den Salzburger Festspielen. 1985 debütierte er an der Wiener Staatsoper als Figaro (Le nozze di Figa­ro) und sang hier seither u. a. Basilio (Barbiere di Siviglia), Alfonso (Così fan tutte), Giovanni, Sidney (Il viaggio a Reims), Padre Guardiano (Forza del destino), Phanuel (Hérodiade), Mus­tafà (L’italiana in Algeri), Sparafucile (Rigoletto), Philipp II., Boris Godunow, Colline, Procida (Vespri siciliani), Silva (Ernani), Zaccaria und Fiesco (Simon Boccanegra). 2001 wurde er Ös­terreichischer Kammersänger, 2007 Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper. 2005 wirkte er beim Festkonzert 50 Jahre Wiedereröffnung Wiener Staatsoper mit. 
 

Francesco Meli | Gabriele Adorno

Francesco Meli wurde 1980 in Genua geboren und studierte an der Musikhochschule seiner Heimatstadt Gesang. 2002 debütierte er beim Festival dei Due Mondi in Spoleto. Einladungen erhielt der junge Tenor unter anderem nach Lissabon, Bologna, an die Mailänder Scala, die New Yorker Met, nach Genua, Florenz, zum Rossini-Festival in Pesaro, an die Zürcher Oper, nach Paris, Lyon, Bilbao, Turin, London, Valencia, Madrid, Verona. Zu den Rollen die er verkörperte, zählen Edmondo (Manon Lescaut), Nemorino (L’elisir d’amore), Don Ottavio (Don Giovanni), Ferrando (Così fan tutte), Elvino (La sonnambula), Jaquino (Fidelio), Duca (Rigoletto), Alfredo (La traviata), Contareno (Bianca e Falliero), Nadir (Les pêcheurs de perles), Chevalier (Dialogues des Carmélites), Almaviva (Il barbiere di Siviglia), Torvaldo (Torvaldo e Dorliska), Ernesto (Don Pasquale), Idomeneo, Werther und Arbace (Idomeneo), Fenton (Falstaff) sowie Argirio (Tancredi). Zu den Dirigenten mit denen er zusammenarbeitet, gehören u. a. Riccardo Muti und Lorin Maazel. An der Wiener Staatsoper debütierte er 2008 als Ferrando und sang hier auch Riccardo Percy (Anna Bolena), Gabriele Adorno (Simon Boccanegra).

Rolle an der Wiener Staatsoper 2013/2014: Duca di Mantova.

Barbara Frittoli | Amelia

KS BARBARA FRITTOLI wurde in Mailand geboren. Sie studier­te am Konservatorium Giuseppe Verdi und ist Preisträgerin zahlreicher internationaler Wettbewerbe. Sie ist eine der ge­fragtesten Sängerinnen ihres Faches und arbeitet regelmäßig mit den bedeutendsten Dirigenten zusammen. Sie trat an al­len wichtigen Opernhäusern wie der Met, dem ROH Covent Garden, der Scala, der Pariser Opéra Bastille, der Bayerischen Staatsoper, weiters in Städten wie Florenz, Neapel, Turin, Rom, Genf, Bologna, Brüssel, Jerusalem, Barcelona und Dresden auf. Häufiger Gast ist sie bei bedeutenden Festivals wie den Salzburger Festspielen, in Ravenna und Glyndebourne sowie beim Maggio Musicale. Erfolge feierte sie u. a. als Mimì, Antonia (Les Contes d’Hoffmann), Contessa d’Almaviva (Le nozze di Figaro), Desdemona (Otello), Fiordi­ligi, Donna Elvira (Don Giovanni), Liù (Turandot), Alice (Falstaff), Amelia, Leonora (Il trova­tore), Luisa Miller, Adriana Lecouvreur, Elisabetta (Don Carlo). An der Wiener Staatsoper de­bütierte sie 1993 als Mimì und sang hier u. a. Donna Anna und Donna Elvira, Antonia, Amelia, Contessa d’Almaviva, Desdemona und Fiordiligi. Im Februar 2012 wurde sie österreichische Kammersängerin. 


 

Adam Plachetka | Paolo

ADAM PLACHETKA erhielt seine Ausbildung am Konservatori­um seiner Heimatstadt Prag. Neben einer Reihe von nationalen Wettbewerben gewann er den Internationalen Antonín Dvorák- Sängerwettbewerb. 2005 debütierte Adam Plachetka am Prager Nationaltheater, wo er unter anderem Masetto (Don Giovan­ni), Publio (La clemenza di Tito), Figaro (Le nozze di Figaro) und Don Giovanni sang. An der Prager Staatsoper war er zum Beispiel als Papageno und Don Basilio (Il barbiere di Siviglia) zu erleben. Engagements führen und führten Adam Plachetka u.a. zu den Salzburger Festspielen, an die Bayerische Staatsoper, nach Glyndebourne, an das Royal Opera House Covent Garden in London, an die Mailänder Scala, nach Baden-Baden und an die Berliner Staatsoper. In den nächsten Monaten stehen die Debüts an der New Yorker Met und an der Lyric Opera Chicago an. Seit 2010/2011 ist Adam Plachetka Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper und sang hier u.a. Schaunard, Basilio, Melisso (Alcina), Masetto, Don Giovanni, Haly (L’italiana in Algeri), Graf Dominik (Arabella), Nozze-Figaro, Guglielmo, Pu­blio, Dulcamara, Hercule (Alceste), Alidoro, Paolo, Harlekin.

Sorin Coliban | Pietro

SORIN COLIBAN wurde in Bukarest geboren und studierte dort an der Musikakademie. Er sang unter anderem am ROH Covent Garden, an drei der Pariser Opernh.user, in Athen, San Francisco, Santiago de Chile, Tel Aviv, beim Rossini Festival in Pesaro, an der Bayerischen Staatsoper, in Amsterdam (Concertgebouw), an der Deutschen Oper am Rhein, bei den Wiener Festwochen, den Bregenzer Festspielen und der Wiener Volksoper. Im Sommer 2013 debütierte er bei den Bayreuther Festspielen und im Jahr 2014 wird er sein Debüt an der Oper in Lausanne geben. Sein Repertoire umfasst Partien wie Philipp II., Fiesco, Procida, Ramfis, Ferrando, Banquo, Don Giovanni, Leporello und Commendatore, Sarastro, Guglielmo, Lord Sidney, Holl.nder, Timur. An der Wiener Staatsoper debütierte er 2004 als Monterone (Rigoletto) und sang hier unter anderem den Grand Inquisiteur (Don Carlos), Landgraf (Tannhäuser), Basilio (Il barbiere di Siviglia), Capulet (Romeo et Juliette), Fra Melitone (La forza del destino), Fasolt (Das Rheingold), Bartolo (Le nozze di Figaro), Colline (La Bohème). 

 

Prolog
Simon Boccanegra, ein ehemaliger Pirat und siegreicher Admiral der genuesischen Flotte, hatte Maria, die Tochter des angesehenen Patriziers Fiesco, verführt. Die aus dieser Verbindung stammende Tochter wurde einer alten Frau in Obhut gegeben, die das Mädchen an einem verlassenen Meeresstrand in einer armseligen Hütte aufzieht. Fiesco, der die Verbindung Simon Boccanegra-Maria ablehnt, hat die junge Mutter, die ihren Verführer widerliebt, in seinen Palast eingesperrt. Der Anführer der Volkspartei, der populistische Paolo, möchte seinen politischen Einfluss erweitern: Simon Boccanegra, der seine Geliebte nur aus den Händen ihres Vaters befreien kann, wenn er genügend Macht besitzt, lässt sich von Paolo überreden, für das Amt des Dogen von Genua zu kandidieren. Paolo, der im Gegenzug zum Vertrauensmann Boccanegras aufsteigt, hetzt die Volksmenge auf, für Boccanegra zu stimmen. Doch knapp bevor Simon tatsächlich zum Dogen gekürt wird, trifft er auf Fiesco: Dieser ist nur bereit, die Verführung seiner Tochter zu entschuldigen, wenn Simon ihm das aus dieser Verbindung stammende Kind überlässt. Da das Kind aber seit einiger Zeit unauffindbar verschwunden ist, kann dieser Wunsch nicht erfüllt werden. Fiesco verweigert daher die Vergebung. Zusätzlich muss Simon erfahren, dass Maria in ihrer Haft gestorben ist.

1. Akt 
20 Jahre später: Die schöne Amelia Grimaldi und der junge Patrizier Gabriele Adorno sind ineinander verliebt. Aber auch Paolo begehrt das junge Mädchen und vor allem den Reichtum ihrer Familie. Er verlangt von Simon Boccanegra, der nach wie vor Doge von Genua ist, dass er sie miteinander verheiratet. Als Simon Paolos Wunsch Amelia unterbreitet, gesteht sie ihm, in Wahrheit eine Waise zu sein, die nach dem Tod der wahren Amelia Grimaldi an die Stelle der Toten getreten ist. Zu seiner großen Freude erkennt Simon in der jungen Frau seine vor 20 Jahren verschwundene Tochter. Da er ihre Abneigung gegen Paolo erkennt, verweigert Simon seinem Günstling die Heirat. Nun sinnt Paolo auf Rache: Er lässt Amelia entführen und in das Haus des schwachen und rückgratlosen Lorenzino bringen. Doch Amelia gelingt es, Lorenzino durch Drohungen einzuschüchtern und von ihm freigelassen zu werden. Als Gabriele von der Entführung erfährt, dringt er zu Lorenzino vor und ersticht ihn. Da er in Simon den Drahtzieher der Entführung zu sehen glaubt, versucht er ihn in einer Ratsversammlung ebenfalls zu töten. Doch Amelia wirft sich zwischen ihren Vater und ihren Geliebten. Zwar nennt sie den Namen Paolos nicht, doch errät Simon aus ihrer Erzählung, wer der Hintermann dieses Verbrechens war. Auch der Doge nennt Paolos Name nicht, doch zwingt er ihn, ihm bei Sühnung der Entführung behilflich zu sein: Paolo muss öffentlich den - offiziell nicht bekannten Verbrecher - verfluchen.

2. Akt 
Paolo plant, Simon Boccanegra zu ermorden. Um sicher zu gehen, wählt er zwei Wege, um sein Vorhaben auszuführen: Er träufelt Gift in das Trinkgefäß des Dogen und stachelt Gabriele Adorno auf, Simon Boccanegra im Schlaf zu erdolchen (er macht ihm weis, dass Simon ein Geliebter Amelias wäre). Er schließt Gabriele in das Zimmer des Dogen ein und entfernt sich. Amelia tritt ein. Sie wird von Gabriele zur Rede gestellt, möchte aber das Geheimnis um ihr Verhältnis zum Dogen noch nicht lüften. Als die beiden den sich nahenden Dogen hören, versteckt sie ihren Geliebten. In ihrem Gespräch mit ihrem Vater nennt sie den Namen ihres Geliebten: Gabriele Adorno. Obwohl dieser gerade einen Aufstand gegen den Dogen vorbereitet, ist Simon bereit, ihn zu begnadigen. Er trinkt aus dem vergifteten Becher und schläft ein. Amelia, die kurz das Zimmer verlässt, kommt gerade in dem Moment herein, als Gabriele mit dem Dolch ausholt, um Simon zu erstechen. Sie verhindert die Bluttat und der erwachende Doge verrät dem jungen Mann, dass er der Vater Amelias ist. Da hören sie den Lärm der Aufständischen. Gabriele bekennt sich nun zu Simon und ist bereit, mit ihm zu kämpfen.

3. Akt 
Die Aufständischen sind besiegt. Paolo, der auf der Seite der Rebellen gekämpft hatte, ist erkannt worden und wird zum Tod verurteilt. Auf dem Weg zur Hinrichtung trifft er auf Fiesco und enthüllt ihm den Giftanschlag auf den Dogen. Daraufhin tritt Fiesco dem sterbenden Dogen entgegen. Da erinnert ihn Simon daran, dass Fiesco versprochen hatte, ihm zu vergeben, wenn Simon ihm die Enkeltochter übergeben würde: Er enthüllt nun die wahre Identität Amelias. Fiesco ist gebrochen und bereit, den letzten Willen des Sterbenden zu vollstrecken: Er verkündet der bewegten Menge den Tod Boccanegras und erklärt Gabriele Adorno zum neuen Dogen.